Axel Nagel begeistert im Park der Villa Stützel

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 Axel Nagel hat im Park der Villa Stützel vor rund 100 Zuhörern ein magisches Konzert gegeben.
Axel Nagel hat im Park der Villa Stützel vor rund 100 Zuhörern ein magisches Konzert gegeben. (Foto: Krehlik)
Gerhard Krehlik

Sein Erkennungszeichen ist der obligatorische schwarze Hut: Der Schwäbisch Gmünder Liedermacher und Gitarrist Axel Nagel ist am Samstagabend im Park der Villa Stützel aufgetreten.

„Endlich wieder vor mehr als drei Zuhörern“, hat er nicht nur selbst gesagt. Auch die etwa 100 Zuhörer, die sich mit dem nötigen Abstand zwischen den Einzelnen, den Pärchen und den kleinen Grüppchen locker auf Stühlen, Bänken und an Tischen im Park verteilten, dürften sich das gedacht haben. Nagels letzter Auftritt vor dem Lockdown war nicht weit von der Villa Stützel entfernt – vor ziemlich genau vier Monaten hat er im Ostertag in einem Benefizkonzert zusammen mit den beiden Iren Ryan Sheridan und Ronan Nolan gespielt.

Die Unterschiede zwischen damals und dem jetzigen Auftritt im Park konnten größer nicht sein. Am 7. März drängte man sich inmitten eines zahlreichen Publikums vor der Bühne. Die Fans und die Partygänger jubelten. Jetzt am Samstag, im magischen Ambiente des Parks der Villa Stützel, saßen alle artig auf ihrem Platz und lauschten dem Spiel und der Stimme von Axel Nagel auf der kleinen Bühne vor der mächtigen Blutbuche.

Dessen Kunst – 2019 mit dem deutschen Rock- und Pop-Preis in der Kategorie Singer-Songwriter ausgezeichnet – hat die Zwangspause offensichtlich gut überstanden. Sein Markenzeichen sind nach wie vor die ausgesprochen fantasievollen und kreativen Texte, die man in der gesitteten Stimmung des Parks weitaus besser verstand als damals im Ostertag mit seinem hohen Geräuschpegel. Nagel singt von „Zeit, Liebe und Wein“, geschrieben für einen Auftritt im Samocca am Valentinstag, genauso wie über die Donau bei Lauingen oder über „Parallelwelten“ zu denen er das „Wurmloch“ sucht, um in sie einzutauchen. Er singt über die „Entdeckung der Langsamkeit“ aus seiner Reihe über vertonte Romane. Das macht er gern – Musik über Bücher oder über Landschaften, wie den Bodensee zum Beispiel. Dabei hat er meistens den Schalk im Nacken, wenn er seiner Fantasie freien Lauf lässt und augenzwinkernd auf die Suche nach dem tasmanischen Tiger geht.

Fantastisch Gitarre spielen kann Nagel natürlich ganz real, und er hat auch keinerlei Berührungsängste vor der modernen Technik, setzt einen Tongenerator ein, den er mit der Hand im elektrischen Feld steuert, oder auch ein Loop-Gerät. Das braucht er, wenn die Gitarre und der Rhythmus weiter laufen müssen, er aber dafür keine Hand mehr frei hat, weil er zur Querflöte greift. Der Mann ist multitasking-fähig, die Technik macht‘s möglich. Aber diese Technik muss eben auch koordiniert werden, und das beherrscht Axel Nagel genauso routiniert und virtuos wie das Spiel auf Flöte und Gitarre.

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