Auschwitz-Überlebender beschuldigte Hans L.

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Deutsche Presse-Agentur

Ein Überlebender des Konzentrationslagers Auschwitz hat in einem 1989 aufgezeichneten Video-Interview behauptet, dass der SS-Wachmann Hans L. im Konzentrationslager gemordet hat.

Das berichtet die Zeitung „Die Welt" unter Berufung auf ein Video-Interview, das der gebürtige Slowake Miso Vogel dem United States Holocaust Memorial Museum gegeben hat. Vogel starb im November 2000.

Der gebürtige Litauer L. war 1983 aus den USA in die Bundesrepublik ausgereist. Bis vor kurzem lebte der ehemalige KZ-Aufseher in Aalen. Seit zwei Wochen sitzt der heute 93-Jährige in Untersuchungshaft. Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft lautet auf Beihilfe zum Mord in 9515 Fällen.

In dem Video-Interview berichtet Vogel: „Sein voller Name ist Hans L. (.) Er war ein SS-Aufseher in Auschwitz. Er arbeitete an den Eisenbahngleisen, wo die Transporte ankamen.“ Vogel sagt überzeugt: „Er war ein Mörder. Er war ein Killer.“ Das volle Transkript des Interviews, das der „Welt“ vorliege, lasse keinen Zweifel, dass Vogel mit L. den SS-Wachmann Hans L. meine.

Vogel erzählt laut Zeitung, er habe gesehen, wie „Hans L.“ ein Kind erschoss. „Ich erinnere mich an einen der Jungs, der ein kleines Kind hielt, ein kleines Baby, und er nimmt seine Pistole raus und erschießt das Baby in den Händen des Gefangenen.“

Die Aussagen des Zeugen Vogel über etwaige Verbrechen von L. in Auschwitz fließen jedoch nicht in die jetzige Anklage der Staatsanwaltschaft ein.

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