Auf die Kraft des Glaubens vertrauen

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 Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen hatte am Tag der Deutschen Einheit zu einem Gottesdienst in die gut besuchte Sankt
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen hatte am Tag der Deutschen Einheit zu einem Gottesdienst in die gut besuchte Sankt-Augustinuskirche eingeladen, um dort das Fest der Einheit im Glauben zu feiern. (Foto: Vo)
Dieter Volckart

„Aus einer guten Idee ist eine segensreiche Einrichtung geworden.“ Das hat Pater Shiju Mathew über den Tag des Glaubens gesagt. Der Hausherr der katholischen Sankt-Augustinuskirche in der Triumphstadt begrüßte im gut besuchten Gotteshaus am Tag der Deutschen Einheit die Gläubigen. Vor zehn Jahren habe man dem weltlichen Feiertag keine Konkurrenz machen, sondern lediglich ein Zeichen setzen wollen.

Die sechs Geistlichen der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK), Bernhard Richter von der evangelischen Kirche, Shiju Mathew von der katholischen Kirche, die Pastoren der Baptisten Matthias Harsanyi, Thomas Mayer, sowie die ACK-Mitglieder Norbert Kempf und Stefan Seibold, hatten zuvor sechs Kerzen zum Altar getragen, um auf diese Weise ein Zeichen für die Einheit des Glaubens zu setzen. Dieses Zeichen werde in Aalen seit zehn Jahren durch unterschiedliche Formen des Gottesdienstes bis hin zu Gebetskreisen, Kinderkirchen oder Notfallseelsorge untermauert, „weil wir einander brauchen“, wie es Matthias Harsanyi formulierte.

Während Mathew an das Jahr 1990 mit dem Ende der unsäglichen Teilung und der aufkeimenden Hoffnung erinnerte, stellt er jetzt eine gewisse Ernüchterung in einer zunehmend gespaltenen Gesellschaft, sogar manchmal mit Gräben fest. Eine unwürdige Unkultur mit Machtgerangel oder eine wirkliche Bewährungsprobe? Da zitierte er Mahatma Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir für diese Welt wünschst“.

ACK-Vorsitzender Bernhard Richter empfand hingegen vor allem in Aalen ein solides gemeinsames Fundament mit Visionen gemeinsamer Interessen, aber kein „Amerika first“. Damit sei kein gemeinsames Band, noch weniger eine Zukunft oder gar Barmherzigkeit zu erreichen. „Dieser Tag der Deutschen Einheit ist eine Chance. Wir sollten auf die Kraft des Glaubens vertrauen, auf das einigende Band, voneinander lernen in ökumenischer Verbundenheit und auf dem Fundament der Bibel. Lasst uns auf dieses Band der Einheit bauen – es ist ein starkes Zeichen der Einheit“, sagte Richter.

Der Gottesdienst wurde mit Lesungen aus dem Johannesevangelium, erbauendem Orgelspiel, mit Fürbitten und Lobpreisliedern (von Martin Kronwald) umrahmt. Im Anschluss luden verschiedene christliche Gruppen bis 22 Uhr zu Gebetsstunden ein.

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