Auch Tamilen fanden in Aalen eine neue Heimat

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Begrüßung auf Tamilisch: Mit einem Farbtupfer auf der Stirn wurde das im Haus der Jugend das Pongalfest zelebriert.
(Foto: Markus Lehmann)

Vor 33 Jahren sind sie selbst vor dem Bürgerkrieg geflohen. Auf der Ostalb und in Aalen haben die Tamilen ihre Heimat gefunden, sind bestens integriert, wahren aber ihre Tradition, Religion und zelebrieren ihre farbenprächtige Folklore. Beim Pongalfest, eine Mischung aus Neujahrs- und Erntedankfest riefen die Tamilen andere Flüchtlinge dazu auf, die Chancen zur Integration in Deutschland zu nutzen.

Prächtige Tempelgewänder, ein mit Kurkuma und Bananen geschmückter Altar und Räucherstäbchen: So wurden die vielen Gäste im Haus der Jugend begrüßt und bekamen als Willkommensgruß einen Farb-Tupfer auf die Stirn. Auf Tamilisch und Deutsch wurde dann erklärt, welches Zeremoniell mit dem eigentlich drei Tage dauernden Pongalfest verbunden ist: So werden etwa am ersten Tag beispielsweise alte Kleider verbrannt, am zweiten Tag gibt es eine süßes Art Milcheisgericht, am dritten Tag dankt man Kühen und Büffel.

Thanabalasingam Vyramuthu, genannt „Muthu“, erinnerte daran, als vor 33 Jahren die ersten Tamilen vor dem Bürgerkrieg in Sri Lanka flohen und auch in Aalen ankamen: „Wir wurden freundlich aufgenommen, man hat uns an die Hand genommen und uns geholfen.“ „Muthu“ appellierte an die Flüchtlinge, die Chancen in Deutschland zur Integration zu nutzen – „dann können wir in der Zukunft noch mehr interkulturelle Feste feiern.“

Bürgermeister Wolf-Dietrich Fehrenbacher sagte, er sei nun zum letzten Mal im Amt auf dem Pongalfest, es werde aber nicht sein letztes in Aalen sein. Deutschland, so Fehrenbacher, sei ein weltoffenes Land. Bei der Integration müssten sich aber sowohl Deutsche wie auch die Gäste an Recht und Verfassung halten, Integration sei ein „Geben und Nehmen.“ Die „bildungshungrigen“ und meist gleich mehrere Sprachen sprechenden Tamilen in und um Aalen sieht Fehrenbacher – sinngemäß – als ein Vorbild gelungener Integration.

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