Auch 2019 soll gelten: „Freiwillig dabei“

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 Die Mithilfe in der Betreuung von Behinderten ist ein möglicher Aufgabenbereich, um im Rahmen des Projekts „Freiwillig dabei“
Die Mithilfe in der Betreuung von Behinderten ist ein möglicher Aufgabenbereich, um im Rahmen des Projekts „Freiwillig dabei“ tätig zu werden. (Foto: Archiv: Patrick Seeger / dpa)

„Freiwillig dabei“ heißt ein 2017 im Ostalbkreis aufgelegtes Projekt, bei dem Menschen, die im Prinzip gar nicht mehr in den Arbeitsmarkt vermittelt werden können, verschiedene ehrenamtliche Tätigkeiten angeboten werden. Das Projekt, so war sich Jobcenter-Chef Thomas Koch jetzt im Ausschuss für Arbeit und Grundsicherung des Kreistags sicher, werde auch im kommenden Jahr fortgesetzt werden können.

Das Projekt fußt auf einer im Juli 2017 geschlossenen Kooperationsvereinbarung zwischen dem regionalen Bündnis für Arbeit, dem Jobcenter und mehreren sozialen Trägern und Institutionen im Ostalbkreis. Es würde zunächst Ende diesen Jahres auslaufen. In dem Projekt, so machte Koch deutlich, gehe es nicht um eine Bezahlung ehrenamtlicher Tätigkeiten, sondern um Wertschätzung und die Chance sozialer Teilhabe. Das Ehrenamt könne auch eine Möglichkeit bieten, Kenntnisse zu erweitern und Schlüsselqualifikationen zu erlernen. Die Träger bieten laut Koch verschiedene Tätigkeiten an, wie zum Beispiel die Mithilfe in der Betreuung von Behinderten, die Alltagsbegleitung von älteren Menschen, diverse Fahrertätigkeiten, Mitarbeit in der Küche sowie Helfertätigkeiten im Hausmeisterbereich, im Verkauf und in anderen Bereichen.

Die Teilnahme bei „Freiwillig dabei“ sei, so Koch weiter, wie der Name sage, stets freiwillig und komme erst dann in Betracht, „wenn alles andere ausgereizt ist“. Wenn also keine Chance auf Integration auf dem ersten Arbeitsmarkt und kaum eine Chance auf ein Unterkommen im sozialen Arbeitsmarkt bestehe. Dabei habe die berufliche Eingliederung der Arbeitslosen Vorrang vor der Ausübung einer ehrenamtlichen Beschäftigung. Es würden daher keine Kunden des Jobcenters, die bereits in einer Arbeitsgelegenheit oder einer sonstigen Fördermaßnahme sind, aktiv für das Projekt vorgeschlagen.

Im vergangenen Jahr sind kreisweit zwölf Personen bei vier Trägern in solchen freiwilligen Tätigkeiten untergekommen. Für das laufende Jahr hat das Regionale Bündnis für Arbeit die Kostenübernahme für 20 Plätze, jeweils zehn in Aalen und in Schwäbisch Gmünd, gesichert. Die Signale des Bündnisses, das Projekt auch 2019 mitzufinanzieren, stünden derzeit bei 99 Prozent, unterstrich Koch den erklärten Willen, „Freiwillig dabei“ auch im kommenden Jahr fortsetzen zu wollen. Und er zitierte einen seit Juni 2007 Langzeitarbeitslosen, der jetzt ehrenamtlich im Kaufhaus der Caritas im Lagerbereich tätig ist: „Wenn ich den Job nicht hätte, ich wüsste nicht, was mit mir jetzt wäre. Ich brauche eine Aufgabe“, sagt der 58-Jährige.

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