Askan Hendrischke in den Ruhestand verabschiedet

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 Bei einem Symposium ist der Chefarzt der psychosomatischen Klinik in Aalen, Askan Hendrischke, offiziell in den Ruhestand verab
Bei einem Symposium ist der Chefarzt der psychosomatischen Klinik in Aalen, Askan Hendrischke, offiziell in den Ruhestand verabschiedet worden. Unser Bild zeigt von links den künftigen Chefarzt Michael Fritzsch, Jutta und Askan Hendrischke, Landrat Klaus Pavel und den Vorstandsvorsitzenden der Kliniken, Axel Janischowski. (Foto: Thomas Siedler)
Viktor Turad
Freier Mitarbeiter

„Wir hätten keinen besseren Chefarzt für unsere psychosomatische Klinik haben können!“ Mit diesen Worten hat Landrat Klaus Pavel am Samstag Askan Hendrischke in den Ruhestand verabschiedet. Dieser hat die Klinik in den vergangenen 16 Jahren mitbegründet, aufgebaut und geleitet und sich dabei nach Pavels Worten als hervorragender Arzt und ausgewiesener Experte erwiesen.

Hendrischke sei dabei immer offen für Unkonventionelles gewesen, bescheinigte ihm Leitender Oberarzt Martin von Wachter, habe in den vergangenen 16 Jahren drei Bücher und 20 Fachartikel geschrieben und an der von ihm geleiteten Klinik seien rund 13 000 Patienten behandelt worden.

Die Verabschiedung des scheidenden Chefarztes fand im Rahmen eines Symposiums im Bildungszentrum für Gesundheit und Pflege am Ostalb-Klinikum statt. Dabei stellte sich auch Hendrischkes Nachfolger Michael Fritzsch vor, der ab dem neuen Jahr Chef der psychosomatischen Klinik ist.

Es falle nicht leicht, den Mann der ersten Stunde der Klinik zu verabschieden, sagte Pavel, denn Hendrischke habe sie von Anfang an geprägt. Dass er 2002 als Chefarzt auf die Ostalb gekommen sei, sei ein absoluter Glücksfall gewesen, unterstrich der Landrat. Dank seines hohen fachlichen Könnens habe Hendrischke großen Anteil am guten Ruf und überregionalen Renommee der Klinik, schließlich sei er mehrfach als Top-Mediziner ausgezeichnet worden. Er genieße in der Fachwelt allerhöchste Anerkennung, sei eine starke Persönlichkeit mit einer besonnenen Art. Vortrags- und Ausbildungsreisen hätten ihn bis nach China geführt.

Auch über die Pläne des künftigen Ex-Chefarztes sinnierte Pavel augenzwinkernd: „Vielleicht treffen wir uns ja wieder im Bereich der Kreispolitik. Ich hätte jedenfalls nichts dagegen!“

Dank für wertvolle Gespräche

Der Vorstandsvorsitzende der Kliniken Ostalb, Axel Janischowski, dankte für, wie er sagte, viele interessante und wertvolle Gespräche. Hendrischke habe die Psychosomatik aus dem Schatten der Psychiatrie herausgeführt und sehr viel erreicht. Am Anfang habe es auch bei den Klinikärzten einen gewissen Widerstand gegen diese Fachrichtung gegeben, gestand der Ärztliche Direktor Ulrich Solzbach. Der Verdienst seines scheidenden Kollegen sei es, dass er dieses „Missempfinden“ nicht nur abgebaut habe. „Er hat sich in Windeseile in unsere Herzen hinein manövriert.“ Von der dadurch geschaffenen Nähe hätten alle profitiert. Solzbach: „Die Zeit mit Dir war toll. Auf diesem Boden kann man weiterarbeiten!“

Paul Sproll unterstrich im Namen des Vereins der Freunde und Förderer der Aalener Psychosomatik, Hendrischke sei die Selbsthilfe der Betroffenen wichtig gewesen, es sei ihm aber auch darum gegangen, die Öffentlichkeit für psychosomatische Erkrankungen zu sensibilisieren und dieses Krankheitsbild aus der Tabuzone zu holen. Patienten hätten sich beim scheidenden Chefarzt, einer starken und außergewöhnlichen Persönlichkeit, ernst genommen gefühlt, und der Mediziner habe immer den richtigen Ton getroffen. „Er hat seinen Patienten den Weg gewiesen, wie sie wieder Boden unter die Füße bekommen.“

Unter der Überschrift „Wie wir wurden was wir sind“ ließ Oberarzt von Wachter die Entstehung und das Wachsen der Klinik unter der Leitung von Askan Hendrischke Revue passieren. Sie sei nie stehen geblieben, es habe immer wieder Veränderungen gegeben. Der Chef habe dabei Ruhe und Gelassenheit ausgestrahlt.

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