Asbrock und Stumpp freuen sich auf „Powerfrau“ Annalena Baerbock

Leiter der Redaktionen Aalen und Ellwangen

Die Entscheidung ist für den Mittag angekündigt gewesen, am Ende kam sie dann doch früher. Annalena Baerbock heißt die designierte Kanzlerkandidatin von Bündnis 90/Die Grünen, darauf hat sie sich gemeinsam mit ihrem ärgsten Konkurrenten um diese Position, Robert Habeck, verständigt. An dieser fast schon freundschaftlichen Vorgehensweise können sich CDU und CSU, bei denen sich Armin Laschet und Markus Söder seit über einer Woche streiten, wer denn nun ins Rennen geht, eine große Scheibe davon abschneiden.

Und natürlich haben auch die Grünen im Ostalbkreis eine klare Meinung zu dieser internen Wahl. „Mit Annalena Baerbock führt uns eine fokussierte, kämpferische und willensstarke Frau als Erste unter Gleichen in den Wahlkampf. Sie steht für Erneuerung unseres Landes und einen anderen Politikstil, entschieden und transparent, lernfähig und selbstkritisch.“ So lauten die Vorschusslorbeeren, die Margit Stumpp, Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Aalen-Heidenheim, an Baerbock verteilt. Zudem habe das „gleichberechtigte Zusammenspiel“ von Baerbock und Habeck in den vergangenen drei Jahren die Grünen „in eine neue Phase geführt“. Tatsächlich scheint es möglich, dass Angela Merkel womöglich eine Nachfolgerin haben könnte, die Grünen wirken stark wie nie, nicht nur in Baden-Württemberg. „Wir sind in der Position, um die Führung in diesem Land streiten zu können. Und das werden wir mit ganzer Kraft tun“, unterstreicht Stumpp. Darüber hinaus freue sie sich, dass sich Habeck nach seinem Verzicht voll und ganz in den Wahlkampf für Baerbock einbringen werde, um „seine Erfahrungen als Architekt verschiedener Koalitionen und als Minister“ in den kommenden Monaten einbringen zu können.

Asbrocks Meinung hat sich geändert

Auch Alexander Asbrock, der für die Grünen in Aalen zur Landtagswahl angetreten war, hat sich seine Gedanken zur Kandidatur gemacht, überrascht hat es ihn aber nicht mehr: „Überrascht nicht, nein. Ich wäre aber auch nicht überrascht gewesen, wenn es Robert Habeck geworden wäre. Beides waren aus meiner Sicht geeignete Kandidaten.“ Habeck sei in der Öffentlichkeit der bekanntere Kandidat gewesen, doch Baerbock habe Asbrocks Meinung nach in den vergangenen Monaten gehörig aufgeholt. „Je mehr man die politische Arbeit von Annalena Baerbock kennengelernt hat, desto mehr Zustimmung hat sie erfahren. Weil sie eine sehr zielorientierte, tüchtige, im Detail versierte und aber das Gesamte im Blick habene Powerfrau ist. Da kann man sich schon begeistern“, lauten die lobenden Worte Asbrocks.

Deswegen sieht der Unterkochener diesem Wahlkampf sehr positiv entgegen, „egal, wer uns da vor die Flinte kommt“. Anfänglich, so gibt er zu, sei es ihm auch wie Kretschmann gegangen, der vor etwa einem Jahr Habeck als Kanzlerkandidaten präferiert hatte. Doch die breit angelegten Stärken der 40-Jährigen seien immer mehr herausgekommen und „die können unser Land voranbringen. Ich bin begeistert und unterstütze das“, so Asbrock.

Stumpp geht mit ihren Aussagen sogar noch ein Stück weiter, spricht sie doch davon, dass dieser Tag ein klares Signal für „kooperativen Politikstil“ sei, der den Weg ins Kanzlerinnenamt ebne. Innerparteilich findet diese Entscheidung somit auch auf der Ostalb großen Zuspruch. Bleibt nun abzuwarten, gegen wen sich Baerbock letztlich durchsetzen muss. Ganz so reibungslos wie bei den Grünen verläuft die interne Auswahl bei CDU und CSU bekanntlich nicht.

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