Arbeitslosigkeit steigt zum Jahresende leicht an

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Zwei Personen laufen die Treppe der Agentur für Arbeit hoch
Ende Dezember waren im Agenturbezirk 7990 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 115 oder 1,5 Prozent mehr als im Vormonat. (Foto: Arne Dedert)
Aalener Nachrichten

„Der Dezember hat Ostwürttemberg einen leichten Anstieg bei den Arbeitslosenzahlen beschert“, sagt Elmar Zillert, Leiter der Arbeitsagentur in Aalen. Zum Ende des Berichtsmonats waren im Agenturbezirk 7990 Personen arbeitslos gemeldet. Das sind 115 oder 1,5 Prozent mehr als noch im Vormonat. Der Arbeitsmarkt im Dezember zeigte sich damit widerstandsfähiger als im Land. Hier stieg die Arbeitslosigkeit um 1,9 Prozent an.

Arbeitslosenquote steigt auf 3,2 Prozent an

Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Bezirk der Arbeitsagentur Aalen im Vergleich zum Vorjahr um 13,4 Prozent wesentlich stärker zugenommen hat als im Land Baden-Württemberg, in dem ein Anstieg von 8,3 Prozent zu verzeichnen war. Die Arbeitslosenquote stieg im letzten Monat in Ostwürttemberg wie auch im Land um 0,1 Prozentpunkt auf 3,2 Prozent an.

Die Arbeitslosigkeit entwickelte sich im Dezember in beiden Landkreisen gleichmäßig. Der Vergleich mit dem Vorjahr belegt allerdings, dass die Arbeitslosigkeit im Kreis Heidenheim mit einem Plus von 17,1 Prozent deutlich stärker angestiegen ist als im Ostalbkreis mit einem Zuwachs von 11,4 Prozent. In Folge stieg auch die Arbeitslosenquote im Kreis Heidenheim im Jahresvergleich um 0,5 Prozentpunkte stärker an als im Ostalbkreis mit einem Anstieg um 0,3 Prozent. Erfreulich ist, dass die Zahl der Personen, die sich aus Erwerbstätigkeit im Dezember arbeitslos gemeldet haben rückläufig ist. So meldeten sich 122 Personen weniger aus Beschäftigung arbeitslos als im November.

Allerdings stellt die Agentur für Arbeit fest, dass es deutlich weniger Arbeitslosen im Dezember gelungen ist, eine Arbeit aufzunehmen. Den Schritt in eine neue Erwerbstätigkeit schafften 589 Arbeitslose, das sind 120 Personen weniger als im Vormonat und 27 mehr als im vorangegangenen Jahr.

Bei der Betrachtung der Rechtskreise zeigt sich, dass der Anstieg der Arbeitslosigkeit ausschließlich im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Alg I) erfolgte. Mit 4519 Arbeitslosen lag ihre Zahl um 3,3 Prozent höher als im November. Gegenüber dem Vorjahresdezember nahm ihre Zahl deutlich um 24,8 Prozent zu. Im Bereich der Grundsicherung (Hartz IV) reduzierte sich die Arbeitslosigkeit im Dezember um 0,8 Prozent auf 3471 Personen. Im Vorjahresvergleich verzeichnen die Jobcenter bei diesem Personenkreis einen leichten Anstieg um 1,3 Prozent.

Während bei den Jugendlichen und jungen Erwachsenen unter 25 Jahren die Zahl der Arbeitslosen um 6,1 Prozent oder 46 zurückging, stieg die Zahl der Arbeitslosen bei der Gruppe der über 50-Jährigen um zwei Prozent auf nun 3012 Personen an. Und auch bei den ausländischen Mitbürgern erhöhte sich die Arbeitslosigkeit um 1,5 Prozent auf 2334 Arbeitslose.

Im Vergleich mit dem Dezember des Jahres 2018 ist ein zum Teil deutlicher Anstieg der Arbeitslosigkeit bei allen Personenkreisen zu konstatieren. Im Jahresvergleich erfolgte der stärkste Zuwachs mit einem Plus von 22,4 Prozent bei der Gruppe der Ausländer. Auch bei den unter 25-Jährigen waren mit einem Plus von 18,7 Prozent deutlich mehr Jugendliche arbeitslos gemeldet.

„Erfreulich“, so Zillert „ist, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Vorjahresvergleich mit einem Plus von 2,5 Prozent deutlich geringer angestiegen ist als die Gesamtzahl der Arbeitslosen (plus 13,4 Prozent).“

Die Zahl der offenen Arbeitsstellen ist im Dezember spürbar zurückgegangen. 806 neue Vermittlungsaufträge wurden der Arbeitsagentur erteilt. Das bedeutet gegenüber dem November eine Abnahme von 23,2 Prozent. Der Vorjahrsvergleich fällt mit einem Rückgang an neu gemeldeten Stellen um 29,4 Prozent noch deutlicher aus. „Dies“, so Zillert „drückt die Zurückhaltung der Firmen in der Region hinsichtlich der im neuen Jahr zu erwartenden Entwicklungen aus.“

So stieg die Zahl der arbeitslos gemeldeten Personen im Ostalbkreis um 1,4 Prozent oder 71 auf 5106 an. In Heidenheim waren zum Jahresende um 1,5 Prozent oder 44 auf 2884 Personen mehr arbeitslos gemeldet als im Vormonat. Die Arbeitslosenquote im Ostalbkreis erhöhte sich um 0,1 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent, während die Quote im Kreis Heidenheim bei 3,9 Prozent stagnierte.

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