Arbeiter rücken Gaskessel zu Leibe

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Schwäbische Zeitung

Geschätzte acht Wochen soll die Demontage des Aalener Gaskessels dauern. Dann ist das Wahrzeichen und Symbol des wirtschaftlichen Aufschwungs für immer aus dem Stadtbild verschwunden. Gestern wurde begonnen, den ersten von zwei Kränen zusammenzubauen.

Von unserem Redakteur  Alexander Gässler

Alles ging glatt am Tag eins der Gaskesseldemontage. Eine Firma aus dem Großraum München hat den ersten von zwei Kränen geliefert und schon in Teilen aufgebaut. Der sogenannte Ausleger soll heute früh montiert werden. Der größere der beiden Kräne wird ebenfalls heute in Aalen erwartet. Bis Mittwoch sollen die beiden Kräne stehen, wie Wolfgang Schad von den Aalener Stadtwerken sagt.

Der Gaskessel war jahrelang Schads Arbeitsplatz, jetzt überwacht er den Abriss. Schad erläutert, wie der vonstatten gehen soll. Der kleinere Kran wird die Arbeiter in einem Korb hinunterlassen. Von dort werden sie den Gaskessel Stück für Stück mit einem Plasma-Schneidegerät zerlegen. Anschließend hängen sie das herausgetrennte Blech an den größeren Kran, der Tafel für Tafel hinunterlässt.

Das wird allerdings noch ein paar Tage dauern, womöglich bis Anfang, Mitte nächster Woche. Denn zunächst wird nur das Blechdach geöffnet. Anschließend werden die Innenwände vom anhaftenden Ölfilm gereinigt. Auch der Raum unterhalb der 100 Tonnen schweren Scheibe muss vom Ölschlamm gesäubert werden. Dazu müssen die Kräne die Scheibe heraushieven. Bekanntlich war die Scheibe auf dem Gas „geschwommen“ und hielt so den Druck im Kessel konstant. Das Öl dichtete alles ab. Das Reinigen sei eine wesentliche Sache, sagt Schad, drei Tage seien dafür veranschlagt. „Kommt darauf an, wie schnell sie das Öl von den Wänden kriegen.“

Mit der eigentlichen Demontage haben die Stadtwerke die Firma Dasatech aus Wittlich beauftragt. Sie hat sich unter anderem auf die Industriedemontage spezialisiert und nach eigenen Angaben unter anderem schon am Flughafen Frankfurt und für die Logistikgruppe Hermes gearbeitet. In gut acht Wochen soll vom Aalener Wahrzeichen nicht mehr übrig sein als das bröselnde Betonfundament. 250 000 Euro soll der Abbruch kosten. Die Sanierung wäre ein Vielfaches teurer, sagen die Stadtwerke.

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