Angst vor Lärm, Verkehr und Abgasen

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„Wann kommt denn endlich der Zug?“, scheint sich dieser Motorradfahrer zu fragen. Weiter hinten im Bild nutzen zwei Lkw-Fahrer d
„Wann kommt denn endlich der Zug?“, scheint sich dieser Motorradfahrer zu fragen. Weiter hinten im Bild nutzen zwei Lkw-Fahrer die Wartezeit vor den Schranken zu einem Schwätzchen. Die tägliche Stausituation am Bahnhof Goldshöfe soll mit einer Brücke über die vier Gleise gelöst werden. (Foto: Markus Lehmann)
Freier Mitarbeiter

Schranken weg und Brücke her: Etwa in drei Jahren soll aus den drei Bahnübergängen Golds-höfe und Wagenrain ein gewaltiges Überführungsbauwerk werden, das alte Stellwerk soll auch weichen. Seit vielen Jahren ist der Umbau ein Thema. Zum Planstellungsverfahren dafür hat es am Mittwochmorgen im Hofener Pfarrsaal den notwendigen Erörterungstermin des Regierungspräsidiums gegeben, bei dem es ziemlich ins Detail gegangen ist.

Entschieden wurde, wie bei solchen Terminen üblich, nichts. Aber erneut zeigte sich: Es gibt große bis größte Bedenken von den direkten und indirekten Anwohnern, aus den umliegenden Gemeinden Rainau und Westhausen, von Hofener Bürgern, vor allem in Oberalfingen, und aus dem Ortschaftsrat.

Land, Landkreis, Bahn, Staatsforst, Landwirtschaft, Grundstücksbesitzer, Verkehr, das AMO-Gelände, Lärm- und Umweltschutz: Viele sitzen bei der Beseitigung der Bahnübergänge mit im Boot und es gibt Befürworter und Gegner bei den verschiedenen Planungsvarianten.

Wie bereits mehrfach berichtet, geht es kurz darum: Die bestehenden Bahnübergänge sollen weg, Teile der alten Straße zurückgebaut und 2,1 Kilometer neue Straße gebaut werden. Die Brücke über die vier Gleise hat eine Spannweite von 74 Metern, es sollen neue zusätzliche Park & Ride-Parkplätze und von Hüttlingen nach Goldshöfe ein durchgehender Radweg gebaut werden. Zudem ist ein Kreisverkehr mit 35 Metern Durchmesser vorgesehen.

Die Situation: Durch den Verkehr aus Rainau, Hüttlingen und von Oberalfingen her herrscht hier bei geschlossenen Schranken oft Verkehrschaos, es gibt teilweise lange Rückstaus durch die wartenden Autos und Lastwagen. Timo Schneider vom Landratsamt erklärte die bevorzugte Variante und beschrieb sie näher. Es gibt eine Verkehrsprognose: 2013 wurden pro Tag beispielsweise von Hüttlingen kommend 3500 Fahrzeuge gezählt, 2030 sollen es 5300 sein. Diese Zunahme ist auch dem möglichen neuen Hüttlinger Gewerbegebiet geschuldet.

„Das lassen wir unsnicht gefallen“

Protest kommt nicht nur von den Anwohnern. Etwa 50 Bürger waren gekommen. Darunter auch Anton Bühler (Gemeinderat Rainau). Die vorgeschlagene Lösung geht für ihn gar nicht: 1980 sei die Umgehungsstraße um Buch und Schwabsberg herum, sprich die neue B290, gebaut worden. Nun solle man wieder mit Verkehr belastet werden. Das, so Bühler, „lassen wir uns nicht gefallen.“

Franz Xaver Ladenburger (Ortschaftsrat Hofen) konnte sich dem „nur anschließen.“ Die Hofener, so seine Kritik, sollen Flächen hergeben, um „im Verkehr zu ersticken.“ Es gehe aber darum, „den Status Quo zu verbessern.“ Er rechnet mit wesentlich mehr Verkehr für Hofen aus dem Kochertal und durchs mögliche künftige Hüttlinger Gewerbegebiet und bittet um eine Alternativplanung. Mehrere Bürger hatten sich geäußert, fast alle sehr kritisch und mit der Sorge vor noch mehr Lärm, Verkehr und Abgasen.

Es ging erneut auch um die Querspange von Goldshöfe entlang des Waldrands und teilweise entlang der Bahn zur B290 Richtung Westhausen. Dessen Bürgermeister Markus Knoblauch sieht sie „sehr kritisch“ und hält diese Planung für „bedauerlich“, weil hier viel Natur zerstört würde und die Anwohner in Immenhofen und Baiershofen unter einem verstärkten Verkehrsaufkommen zu leiden hätten. Andere Stimmen dagegen befürworten die Querspangenlösung.

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