Angelo Kelly bietet irische Familienmomente auf dem Sparkassenplatz

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Redakteurin/DigitAalen

Es war ein Versuch und er hat funktioniert. Das Konzert von Angelo Kelly und seiner Familie kam bei den Aalenern an. Zum ersten Mal hat ein Event in dieser Größe auf dem Sparkassenplatz stattgefunden.

Als die Leute schon dicht an dicht stehen und die Mädels in der ersten Reihe ihre Plakate hochhalten, auf denen sie ihre Verbundenheit zu Emma, Gabriël oder Helen kundtun, kommt um 20 Uhr Bewegung auf die Bühne. Und es geht gleich richtig los mit dem eingängigen „Irish Heart“. Wie Vater Angelo da so steht mit seiner Frau Kira und den Kindern Gabriël, Helen, Emma, Joseph und William geben sie ein Bild ab, wie damals als Angelo selbst als Bub mit seiner Familie auf der Bühne gestanden hatte.

Angelo rockt die Bühne

Dass er derjenige mit der Bühnenerfahrung ist, ist während des gesamten Konzerts zu sehen. Außer dem 17-jährigen Gabriël, der selbst demnächst eine Karriere starten will, ist die Bühnenpräsenz der restlichen Familie verhalten. Während Angelo energiegeladen umherhüpft, mit seiner Mähne headbangt und sein Mikro Richtung Publikum hält, klatschen Frau und Kinder in die Hände. Eher einstudiert als gefühlt. Aber auch eher authentisch als aufgesetzt.

Als die 15-jährige Helen ihr selbst geschriebenes „Fly away“ vorträgt, sieht man ihr das noch nicht ganz selbstsichere Teenie-Mädchen an, das sie naturgemäß ist.

Offizielles Youtube-Video "Always be there"

Begeistert reagiert das Publikum auf „Danny boy“, das der siebenjährige Joseph vorträgt. In demselben Alter hatte schon sein Vater, der Anfang der 90er schon in Aalen aufgetreten war, die Zuschauer bezaubert.

Jüngster macht sein eigenes Programm

Das Nesthäkchen, der 3-jährige William, zeigt sich von der Show seiner Familie weniger beeindruckt und interessiert sich dafür umso mehr für das Mikrofonstativ, an dem er die meiste Zeit – beeindruckend gekonnt für sein Alter – herumschraubt. Mit unbewegtem Gesicht verfolgt er das Geschehen auf der Bühne und ist damit ein Hingucker für sich. Als Kira ihn nach etwa der Hälfte der Lieder von der Bühne begleitet, würdigt er seinen berühmten Vater keines Blickes, als der ihm noch ein „Gute Nacht, William“ hinterherruft.

Gabriël erinnert da schon eher an seinen Vater, immer wieder gestikuliert er dem Publikum mitzumachen, tanzt seine Geschwister an oder schlägt sie ab, wenn sie ein Solo hinter sich gebracht haben. Selbst präsentiert er mit „Love side effects“ ein Lied über Liebeskummer und hält dagegen als sein Vater fragt, ob das Lied einer wahren Geschichte entspringt. „Könnte sein.“ – „Was heißt das?“ – „Vielleicht“, fertigt der 17-Jährige den Papa ab und legt los. Zur Begeisterung seines jungen Publikums, das – wie Angelo es treffend formuliert – wohl selbst zum Großteil bald 17 Jahre alt wird.

„An Angel“ fehlt

Ein paar Jährchen dauert das zwar noch bei den beiden Mädels im Publikum in der ersten Reihe, begeistert sind die aber trotzdem: Einmütig erklären die achtjährige Lina Albrecht und die 9-jährige Larissa Schimmel, dass ihr Liebling Angelo ist und „An Angel“ ihr Lieblingslied. Das allerdings – zur Enttäuschung vieler – nicht dargeboten wird. „Das hätte er noch spielen können, darauf haben wir gewartet“, sagt die 31-jährige Anke Horst, die schon früher Kelly-Fan war und sich das Konzert in Aalen nicht entgehen lassen wollte. „Ich finde es cool, dass hier in Aalen mal so etwas geboten wird.“

Ebenfalls weit vorne steht die 10-jährige Jule Stein mit ihren Eltern. „Wir haben die letzte CD angehört und die hat uns gefallen“, sagt sie. „Wir wollten mit Jule auf ihr erstes Konzert gehen“, sagt ihre Mutter Roswitha Stein. „Und das war das geeignetste Konzert überhaupt.“ Jules Schulkameradin Lea-Marie Knecht ist mit ihrer Oma Christa Hug gekommen. Die beiden hatten Glück und bekamen vor dem Eingang zwei Karten geschenkt.

Tobi Funk ist mit seiner gesamten Belegschaft vom Modehaus Funk gekommen: „Wenn man so einen Act vor der Tür hat, muss man da hin gehen.“ Und immerhin sei das Musikgeschäft Musika, zu dessen Jubiläum das Konzert gegeben wurde, ein „Innenstadt-Mitstreiter“, den er gerne unterstütze.

Drei kleinere Einsätze

Neben den Notausgängen stehen Ersthelfer, insgesamt 15. „Wir erwarten eine ruhige Veranstaltung“, sagt der Einsatzleiter der Malteser, Bernd Schiele. Er soll Recht behalten. Gerade mal drei Patienten bekommt sein Team und muss ein „Pflästerle“ verteilen, eine kleine Verstauchung behandeln und eine „junge Dame, die zu lange angestanden hatte“, versorgen. „Absolute Kleinigkeiten“, sagt Schiele. Der Sicherheitsdienst habe keine Einsätze gehabt.

Und der Veranstalter selber? „Um es mit einem Wort zu sagen: Unglaublich“, schwärmt Armin Abele. Die Stimmung und die Musik seien vom Feinsten gewesen. „Es sind unglaublich viele Leute zu mir gekommen, die es richtig gut fanden.“ So ein Event zu organisieren, mache unglaublich Spaß – und Lust nach mehr. Auch wenn nach dem Konzert erst mal eine Nacht Abbau angesagt ist, denn für Abele geht es direkt weiter – die Reichsstädter Tage stehen an.

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