Anderen helfen, ist ein gutes Gefühl

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 Anderen helfen, ist ein gutes Gefühl, sagt Vitali Coj (rechts). Neben seines Abiturs gab er Danil Kobelskiy Nachhilfe in Deutsc
Anderen helfen, ist ein gutes Gefühl, sagt Vitali Coj (rechts). Neben seines Abiturs gab er Danil Kobelskiy Nachhilfe in Deutsch. Für dieses Engagement erhielt er eine Urkunde der Technischen Schule. (Foto: P.Hanisch)
Aalener Nachrichten

Man lernt nicht für die Schule, sondern für das Leben. Das wusste schon Seneca. Dass es nicht nur auf die schulischen Leistungen ankommt, zeigt die Verleihung einer Urkunde für ehrenamtliches Engagement an Vitali Coj, Schüler der Technischen Oberschule in Aalen.

„Es ist ein gutes Gefühl, zu wissen, dass die Zeit, Arbeit und Ausdauer, die man investiert, am Ende wertgeschätzt wird“, kommentiert der Schüler seine Auszeichnung. Ein noch viel besseres Gefühl sei jedoch, dass es ein junger Mann aufgrund seiner Unterstützung etwas leichter habe. Coj hatte sich in seinem zweiten Schuljahr an der Technischen Oberschule auf Anregung seiner Lehrerin Cosima Hansmann dazu bereiterklärt, einem Schüler aus Kasachstan Nachhilfe zu geben. Danil Kobelskiy war zu Beginn des Schuljahres mit seinen Eltern nach Aalen gekommen und konnte kein Wort Deutsch sprechen. Kurzerhand entschloss sich Coj, zu helfen, obwohl er selbst als Schüler der Technischen Oberschule ein großes Ziel vor Augen hatte: In zwei Jahren das Abitur nachholen.

Die Technische Oberschule bietet jungen Menschen, die bereits eine Ausbildung absolviert haben, die Möglichkeit, in zwei Jahren die Allgemeine Hochschulreife zu erlangen. Nach der Ausbildung noch einmal die Schulbank drücken? Das mag für viele wenig verlockend klingen. Allerdings herrsche an der Technischen Oberschule eine ganz andere Atmosphäre als in einer herkömmlichen Schule, da sich die Schüler nicht mehr in einem Alter befänden, in dem man mutwillig den Unterricht störe und eine „Kein-Bock“-Attitüde vertrete, sagt Coj.

Zu Hilfsbereitschaft erzogen worden

Stattdessen verzichte man auf den Gehaltszettel eines Facharbeiters, um sich auf freiwilliger Basis weiterzubilden. Das bedeutet natürlich viel Arbeit und Fleiß, gerade wenn man sich zusätzlich ehrenamtlich engagiert. Dabei „ist ein Zeitplan der Schlüssel zum Erfolg“, verrät Coj. Dass er trotzdem die Zeit fand, einem anderen Schüler zu helfen, ist eine großartige Leistung. Diese Hilfsbereitschaft ist nicht selbstverständlich und sei ihm von seinen Eltern vermittelt worden, denen es ebenfalls wichtig sei, die eigenen Stärken zu nutzen, um anderen zu helfen.

Die erfolgreich abgelegte Abiturprüfung zeigt: Der Zeitplan hat sich ausgezahlt. Coj hat jetzt die Möglichkeit, ein Studium aufzunehmen. Darüber hinaus ist er um eine wertvolle Erfahrung reicher geworden, da er eine „sehr gastfreundliche und sympathische Familie während ihres Neuanfangs“ begleiten konnte.

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