Alles, was einen guten Krimi ausmacht

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Alles, was einen guten Krimi ausmacht, hat „Der Fremde im Haus“ von Agatha Christie in der Stadthalle geboten.
Alles, was einen guten Krimi ausmacht, hat „Der Fremde im Haus“ von Agatha Christie in der Stadthalle geboten. (Foto: Edwin Hügler)
Edwin Hügler

Alles, was einen guten Krimi ausmacht, hat „Der Fremde im Haus“ von Agatha Christie in der voll besetzen Aalener Stadthalle geboten: Liebe, Erotik, Geld, einen Frauenmörder und zum Schluss eine überraschende Wendung. Das Ensemble der Theatergastspiele Fürth unter der Regie von Thomas Rohmer hat dieses Stück sehr engagiert auf die Bühne gebracht.

Hervorzuheben sind die hervorragenden schauspielerischen Leistungen der beiden Hauptakteure Sasa Kekez als „Fremder im Haus“ und von Sarah Elena Timpe als dessen Geliebte Cecily, aber auch die anderen Akteure –Michael Kausch, Markus Baumeister, Norbert Heckner, Franziska Janetzko und Johanna Liebeneiner –wussten zu gefallen und drückten der dramatischen Handlung ihren Stempel auf.

Zum Inhalt: Die junge Cecily hat zwei Millionen Pfund im Lotto gewonnen. Sie träumt von Abenteuern und einem Leben in Saus und Braus. Da passt ihr eher biederer Verlobter Nigel nicht mehr in ihren Lebensentwurf. Trotz Warnungen ihrer Tante Loo-Loo und ihrer besten Freundin Mavis schickt Cecily ihren Verlobten in die Wüste, denn sie hat sich Hals über Kopf in den Charmeur Bruce verliebt.

Cecily lässt sich zur Blitzheirat verleiten und zieht mit Bruce in ein einsames Landhaus. Was dann passiert, ist ein Psychodrama erster Güte zwischen den Ehepartnern. Erotischen Momenten folgen aggressive Ausbrüche von Bruce, der Cecily ganz für sich allein haben will. Selbst der pflichtbewusste Gärtner Hogson ist kein willkommener Gast und auf den Dorfarzt Dr. Gribble reagiert Bruce mit offener Ablehnung.

Doch es geschehen mysteriöse Dinge in diesem Haus: Was macht Bruce in seiner Dunkelkammer, was haben seine kryptischen Tagebucheinträge und das Auftauchen von Wasserstoffperoxidfläschchen zu bedeuten? Bruce und Cecily entwickeln sich mehr und mehr zu tragischen Figuren. Die Aggressivität von Bruce und seine sadistischen Züge treten zu Tage. Nach dem Besuch ihres ehemaligen Verlobten Nigel und ihrer besten Freundin Mavis ahnt Cecily, dass sie es mit einem Frauenmörder zu tun hat.

Doch da scheint es schon zu spät zu sein, denn Bruce hat sie eingeschlossen. Cecily hat die Gelegenheit, mit einem Messerstich Bruce zu töten, doch das bringt sie nicht übers Herz. Das Spektakel zwischen den beiden entspinnt sich weiter, die Nerven liegen blank. Cecily versucht sich selbst als Mörderin darzustellen, doch darauf fällt Bruce nicht herein. Letztlich gelingt es Cecily ihren Widerpart derart emotional zu überfluten, dass dieser einer Panikattacke zum Opfer fällt und stirbt. Ein Krimi ohne Leiche, das geht auch bei Agatha Christie nicht.

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