Alles sauber: Investition in den Umweltschutz
Alles sauber: Investition in den Umweltschutz (Foto: Markus Lehmann)

Das Naturfreundehaus auf dem Braunenberg hat jetzt eine neue, moderne Abwasserbeseitigung: Die alte Kleinkläranlage stammte noch aus den Dreißigerjahren und war aus Umweltschutzgründen nicht mehr zulässig. Mit dem Bau einer neuen Abwasserleitung in nicht nur technisch anspruchsvollen und schwierigen Gelände war Ende Februar begonnen worden. An der Planung, der Ausführung und an der Finanzierung waren gleich mehrere Seiten beteiligt.

Bereits 2008 hatte das Landratsamt der betagten Abwasseranlage mit einer veralteten, sogenannten Tropfkörperkläranlage die wasserrechtliche Genehmigung abgesprochen. Danach gab es über mehrere Jahre schwierige Verhandlungen, weil hier mehrere Behörden zuständig sind und die Leitung zudem über mehrere Privatgrundstücke führt. Das Gewann, über das die rund 650 Meter lange Leitung verlegt wird, heißt nicht nur „Steile Halde“, es ist auch steil mit bis zu 70 Prozent Steigung. Zudem, erklärt Thomas Mayer vom städtischen Tiefbauamt, handelt es sich hier um FFH-Schutzgebiet, Heidelandschaft und Forst. Man versuchte zusammen mit den Naturfreunden und in intensiven Gesprächen mit anderen Zuständigen, eine gute Lösung zu finden. Weil die Stadt das gemeinsame Naturfreundehaus der Naturfreunde-Ortsgruppen Wasseralfingen und Aalen als besonderes, beliebtes und viel besuchtes Ausflugsziel schätze und es der Stadt am Herzen liege, habe man sowohl bei der Planung wie bei einem Teil der Kosten die Naturfreunde unterstützt.

Nach den Gesprächen wurde dann das Ellwanger Ingenieurbüro für Wasserwirtschaft und Umweltschutz, Bäuerle & Partner, eingeschaltet. Im zeitigen Frühjahr hatte dann ein Spezialbagger, ein Schreitbagger, wie er im alpinen Raum eingesetzt wird, mit den Grabarbeiten an der steilen Rohrtrasse begonnen. Verlegt wurden insgesamt 780 Meter Abwasserdruckleitung und 645 Meter Wasserleitung und ein „Flatliner“. Das Rohr zur Abwasserbeseitigung und das Wasserrohr wurde in Zusammenhang mit dem Leitungsbau der Stadtwerke Aalen in Röthardt verlegt, dadurch konnten Kosten eingespart werden. Das Abwasser wird zunächst an ein Reservoir unterhalb des Naturfreundehauses geführt, dann in die Röthardter Kanalisation und anschließend ins Klärwerk im Hasennest.

Die Kosten für die neue Abwasserbeseitigung und die neue Wasserleitung liegen insgesamt bei rund 250 000 Euro. Den größten Teil daran übernehmen die Naturfreunde und ein Fonds des Naturfreunde-Verbandes, 60 000 Euro die Stadtwerke und 20 000 die Stadt (ohne Planungskosten). Etwa 10 000 Euro sind durch Spenden von Sponsoren zusammengekommen, freut sich Peter Fürst, der erste Vorsitzende der Naturfreunde Wasseralfingen. Für ihn gab es am Donnerstagabend viel Lob von allen Beteiligten – er sei der „Motor“ dieses langwierigen Projekts gewesen, das ohne ihn so nicht hätte gestemmt werden können.

Weit über Aalen hinaus beliebt

Für Wasseralfingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam wurde bei diesem nicht einfachen Vorhaben eine „sehr gute Lösung gefunden“. Und das sei auch sehr wichtig: Schließlich sei das Naturfreundehaus auf dem Braunenberg sehr beliebt bei Wanderern, Schulklassen und Seminarteilnehmern. Und dies weit über Aalen hinaus.

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