Aktionsbündnis Flüchtlinge gegründet

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Vertreter aus allen beteiligten Städten und Hilfsorganisationen haben das Aktionsbündnis für Flüchtlinge im Ostalbkreis gemeins
Vertreter aus allen beteiligten Städten und Hilfsorganisationen haben das Aktionsbündnis für Flüchtlinge im Ostalbkreis gemeins (Foto: Thomas Siedler)
Schwäbische Zeitung

Der Ostalbkreis muss sich darauf einstellen, künftig 5000 bis 6000 Flüchtlinge pro Jahr aufnehmen und verteilen zu müssen. Um darauf vorbereitet zu sein, hat sich ein Aktionsbündnis für Flüchtlinge im Ostalbkreis gegründet. Ihm gehören der Landkreis, die Städte Aalen, Schwäbisch Gmünd und Ellwangen, die beiden DRK-Kreisverbände Aalen und Schwäbisch Gmünd, die Diakonie, die Caritas Ostwürttemberg und die Malteser an. Ziel des Bündnisses ist es, alle Aktivitäten für Flüchtlinge zu bündeln.

Bei der Vorstellung des Bündnisses und der bereits vereinbarten Maßnahmen und Aktionen am Montagabend im Aalener Landratsamt gemeinsam mit allen Beteiligten ließ Landrat Klaus Pavel keinen Zweifel: „Die Herausforderungen für uns alle werden extrem groß sein“, vor allem auch bei dem, was über die bestehende Landes-Erstaufnahmestelle (LEA) in Ellwangen hinausgehe. Aus den aktuellen Zahlen, nach denen in Bälde wöchentlich 4500 Flüchtlingen in Baden-Württemberg unterzubringen sind, ergebe sich für den Kreis eine jährliche Aufnahmeverpflichtung für 6000 Menschen, unter Anrechnung der LEA vielleicht 1000 weniger. „Wir müssen uns auf das, was da kommt, vorbereiten“, so Pavel. Vor allem gelte es, die bereits vorhandenen „eindrucksvollen ehrenamtlichen und bürgerschaftlichen Strukturen“ zu koordinieren.

Bereits vereinbarte Maßnahmen

Als Sofortmaßnahmen hat das Aktionsbündnis für Flüchtlingen deshalb bereits vereinbart:

in den fünf Raumschaften Schwäbisch Gmünd, Aalen und Abts-gmünd, Ellwangen, Bopfingen und Neresheim sowie Schwäbischer Wald. Sie werden von den beiden DRK-Kreisverbänden, den Maltesern und der Caritas betrieben, die Kleidung wird dort bereits nach Geschlecht und Größe sortiert. Für alle, die sich in Sachen Kleiderspenden engagieren wollen, gibt es für jede Raumschaft feste Ansprechpartner.

das von DRK, Maltesern, Caritas und Diakonie in eigener Regie betrieben wird.

im Landratsamt und in den drei Großen Kreisstädten als zentrale Ansprechpartner in allen Flüchtlingsangelegenheiten und zum Aufbau eines kommunalen Netzwerkes.

zur Beantwortung von Anfragen zu allen Bereichen der Flüchtlingshilfe bei den Hilfsorganisationen, den Städten und beim Ostalbkreis.

beim DRK und bei den Maltesern. Sie soll kurzfristig und zentral alle Hilfsgüter für Flüchtlinge organisieren, von Decken und Matrazen über Feldbetten bis hin zu weiteren Dingen des täglichen Bedarfs.

Das DRK und die Diakonie sind zentral für die Sozial- und Verfahrensberatung in der LEA in Ellwangen zuständig. Die Caritas ist in der LEA für die Ehrenamtskoordination und für die Kinderbetreuung zuständig.

Der Ostalbkreis richtet in den fünf Raumschaften Schwäbisch Gmünd, Aalen und Abtsgmünd, Ellwangen, Bopfingen und Neresheim sowie Schwäbischer Wald jeweils Stellen zur Ehrenamtskoordination ein.

Wohnraumsuche dringend

Wohnraum für die Flüchtlinge zu finden, sei jetzt einer der vorrangigsten Aufgaben, betonte Pavel. Lobte aber auch ausdrücklich, dass das Landratsamt alleine in der vergangenen Wochen bereits über 60 Wohnungen angeboten bekommen habe. Zumindest in den kommenden Monaten gehe er davon aus, dass man nicht auf Turnhallen oder ähnliche Gebäude zurückgreifen müsse.

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