Adventskonzert: „La grande Dame“ kündigt Mysterium an

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Die vorweihnachtlich geschmückte Salvatorkirche ist am Sonntagabend beim Konzert des Städtischen Orchesters unter der Leitung vo
Die vorweihnachtlich geschmückte Salvatorkirche ist am Sonntagabend beim Konzert des Städtischen Orchesters unter der Leitung von Chris Wegel nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt gewesen. (Foto: Peter Schlipf)
Johannes Müller

„La grande Dame – die große Dame der Aalener Musikszene“. Mit diesem edlen Prädikat hat der frankophile Pfarrer Wolfgang Sedlmeier das Städtische Orchester zum Adventskonzert in seiner Salvatorkirche willkommen geheißen. Das vorweihnachtlich geschmückte Gotteshaus war am Sonntagabend nahezu bis auf den letzten Platz gefüllt. Hunderte von Kerzen und Lämpchen tauchten den weiten Kirchenraum in angenehm warm gedämpftes Licht.

Das riesige Bläserensemble präsentierte sich in der ganzen Breite des Altarraumes, über das der triumphale Christus am Kreuz seine Arme weit ausgebreitet hielt.

„O Magnum Mysterium“ hieß nicht nur das Motto des Abends, sondern auch das Hauptwerk des ganzen Programms: Die zauberhaft schöne Komposition von Morton Lauridsen, für Bläser arrangiert von Robert Reynolds.

Eine gut ausgewählte Reihe weihnachtlicher Stücke

Bis sie als Finale erklang, stimmte eine gut ausgewählte Reihe weihnachtlicher Stücke darauf ein. Chris Wegel, der Leiter der Musikschule Aalen, hatte seinen groß besetzten Klangkörper gut im Griff. Ohne ausladende Gesten, eher unauffällig, aber sehr präzise dirigierte er seine konzentrierten und sehr engagierten Musiker, unter ihnen viele Jugendliche. Seine Frau Doris Wegel führte mit literarisch anspruchsvollen Kommentaren durchs Programm.

Aus fast unhörbarem Unisono ließ Chris Wegel eine anschwellende Klangwolke entstehen, aus der heraus der Luther-Choral „Ein feste Burg ist unser Gott“ immer deutlicher wahrnehmbar wurde. Das faszinierende Arrangement von Jay Bocook ließ die starke Melodie gebührend hervortreten. Zurückhaltend, aber mystisch verklärt leuchtete in Eric Whitecares „Lux Aurumque“ Licht- und Goldglanz auf.

„Christmas today“, ein buntes Medley internationaler Weihnachtslieder bot den verschiedenen Instrumentalgruppen reichlich Gelegenheit, sich in ihrer Eigenart vorzustellen. Die Holzbläser und die Flöten konnten sich dabei gegenüber den dominierenden Blechbläsern und dem wuchtigen Schlagwerk durchaus behaupten.

Voluminöse Tuben treten in den Vordergrund

Die voluminösen Tuben traten bei „Shenandoah“ von Frank Tichell in den Vordergrund. Sie ließen ein schwer beladenes Schiff erscheinen, das den Fluss herauf stöhnte. Die glitzernden Wellen und die blitzenden Strudel drangen jedoch trotzdem ans Ohr. Der Choral „Lobe den Herrn“ prägte das Werk „Let the Amen sound“ von Traves J. Cross. Eindrucksvoll die Soloflöte, begleitet von Percussion und gedämpften Trompeten.

Das meditative „Let it shine – Lass es glänzen“ von James L. Hosay bereitete die Stimmung für das durchgeistigte Werk „O magnum mysterium“ des Amerikaners Morten Lauridsen. Eigentlich für Chöre komponiert gelang es Chris Wegel und seinen Bläsern erstaunlich gut, das zarte, filigrane Tongemälde sehr einfühlsam und in farbiger Klangvielfalt zu interpretieren.

Für die großartige Leistung gab es starken Beifall und Standing Ovations. Dieses Adventskonzert darf sich als besonderes Event in die lange erfolgreiche Konzertreihe des Städtischen Orchesters einreihen. „La grande Dame“ darf sich freuen!

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