Aalener Fastnachtszunft schwebt völlig losgelöst durch das Universum der Fasnacht

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Gerhard Krehlik

Völlig losgelöst schwebte das Raumschiff AFZ – Enterprise bei der Prunksitzung der Aalener Fasnachtszunft „Zum sauren Meckereck“ am Samstag in der Stadthalle durch das Universum der Fasnacht und durch den karnevalistischen Kosmos.

Commander Gerhard Luley befehligte oben auf der Brücke seine Crew, den Elferrat der AFZ, und auf dem Partydeck darunter präsentierten die verschiedenen Gruppen und Akteure der AFZ sowie einige Gäste eine rasante Show aus Garde – und Maskentänzen, nahmen in den Büttenreden aber auch das Weltgeschehen und die Lokalpolitik kritisch aufs Korn.

Lokalprominez im Publikum

Lokale Prominenz wie etwa Klaus Pavel, Winfried Mack, Ralf Drescher und gegen später auch Thilo Rentschler verfolgte das Geschehen als Zuschauer.

Für die große Politik ist traditionell Egbert Hering als deutscher Michel zuständig. Unter dem Motto „Gespalten ist die Welt, die Fasnacht uns zusammenhält“, mangelte es ihm wahrlich nicht an Themen. Ob Trump, Brexit, Klima, Merkel oder ganz aktuell Thüringen, alle bekamen in gereimter Form ihr Fett weg.

Den schleppenden Ausbau des schnellen Internet kommentierte Hering mit „Noi, noi today, the Netz is far away…“ und empfahl als globale Lösung: „Friedlich sei die Welt, die Fasnacht uns zusammenhält“.

 Das Publikum feierte in bunten Kostümen ausgelassen in der Stadthalle.
Das Publikum feierte in bunten Kostümen ausgelassen in der Stadthalle. (Foto: Thomas Siedler)

Das lokale Geschehen beleuchteten die Läschtermäuler mit Texten von Suse Behringer unter dem Motto „ Ola for fjutscher“, am Klavier von Gisela Baumgartner begleitet. Sie beklagten, dass man bei Tempo 20 in der Bahnhofstrasse von E – Skootern überholt werde und brachten das Bahn Chaos treffend auf den Punkt: „Dia Arschkart hen dia Zugfahrer!“

OB und Landrat aufs Korn genommen

OB Rentschler empfahlen sie, auf den Kamin des Kesselhauses auf dem Union Gelände ein Windrad zu montieren, um die Kosten wieder herein zu bekommen, die der Landrat der Stadt aufs Auge drücken will. Helmut Argauer betrachtete das Treiben im Städtle als Astronaut schließlich aus der Weltraumperspektive. Dabei entdeckte er schlafende Stadträte, rechenschwache Festivalorganisatoren, einen „Schilderfimmel“ statt einen Sternenhimmel und einen losgelösten, schwerelos schwebenden Turbo Thilo. Landrat Pavel bekam zuerst sein Fett weg wegen der barbusigen Rems Nixe, aber dann mit „My Way“ auch eine Lobeshymne zum baldigen Abschied.

 Die Späße der Sketch-Crew standen unter dem Motto Weltraum.
Die Späße der Sketch-Crew standen unter dem Motto Weltraum. (Foto: Thomas Siedler)

Zwischen den Beiträgen aus der Bütt war bei den Gardetänzen, beim Maskentanz der Fachsenfelder Naschkatzen oder beim Männerballett der AFZ auch optisch jede Menge geboten. Zum Schluss gab es von den Oschtalb Ruassgugga in ihren schaurig – schönen Masken noch gewaltig etwas auf die Ohren. Nach dem Ausmarsch aller Aktiven wurde dann noch bis weit in die Nacht hinein gefeiert, denn die Zeit wird knapp – bis Aschermittwoch sind es nur noch 17 Tage.

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