Aalener Erfindung könnte Smartphone-Welt revolutionieren

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Neuer Schutz für Smartphones entwickelt
In einem ungeschickten Moment fällt Ihnen das Handy aus der Tasche oder vom Tisch und ist kaputt. Trotz Handyhülle. Ärgerlich! Auch Philip Frenzel von der Hochschule Aalen ist das passiert. Daraufhin hat er sich ein paar Gedanken gemacht und das Thema in seine Abschlussarbeit aufgenommen. Das Ergebnis war ein „ADcase“ – AD für active damping also „aktives Dämpfen“.

Eine Smartphonehülle, die das Gerät beim Sturz schützt. Das könnte die Technikwelt ein Stück weit revolutionieren. Philip Frenzel aus Aalen hat diese Innovation durch seine Bachelorarbeit vorangebracht und bereits patentieren lassen.

Ende Juli soll das Crowdfunding zur Finanzierung des Projekts starten. Die Handynutzer können, wenn sie sich an dieser Finanzierung beteiligen, an Weihnachten mit ihrer Hülle rechnen.

Allerdings ist die Auswahl der ersten "Airbag-Nutzer" eingeschränkt. Wie die Entwickler Philip Frenzel und der ehemalige Wirtschaftsstudent Peter Mayer mitteilen, werden bislang nur Smartphones aus dem Hause Apple ausgerüstet. Darunter fallen die Modelle iPhone x, iPhone 8 und 8+, 7 und 7+, 6S und 6S+ sowie 6 und 6+.


Philip Frenzel und Peter Mayer entwickeln innovative Schützhüllen für Smartphones und Tablets
Philip Frenzel und Peter Mayer entwickeln innovative Schützhüllen für Smartphones und Tablets (Foto: Frenzel + Mayer Solutions)

"Einige Modelle der Hülle gibt es schon", sagt Frenzel auf Nachfrage der "Ipf- und Jagst-Zeitung". Diese werden aber nur intern gebraucht. "Damit testen wir zur Zeit und werfen die Smartphones gegen die Wand und die Decken", erzählt er und lacht. Danach folgt die Beta-Testphase. 

"Da bekommen ausgewählte Personen aus dem Freundes- und Bekanntenkreis eine Hülle und können diese nochmals kritisch testen", so Frenzel weiter. Davon erhoffen sich die Entwickler ein detailreiches Feedback, um den "letzten Feinschliff" vorzunehmen, wie er sagt. 

Rund 50 Euro kostet die Hülle

Der Plan der Tüftler ist bereits fertig: Wer sich an der Finanzierung ab Ende Juli mit rund 50 Euro beteiligt, der bekommt seine Hülle als Belohnung zu Weihnachten. "Das ist eine Art Vorfinanzierung der Kunden für den Airbag, mit der wir unsere Produktion bezahlen", erklärt Frenzel. Damit bleibt ihnen der Gang zur Bank erspart - einen Kredit müssen sie so nicht aufnehmen.

Weitere Modelle sind bereits in Planung. "Wir starten jetzt mit Apple. Wenn es aber gut läuft, dann stecken wir den Ertrag in die Entwicklung für Hüllen der anderen Modelle", sagt Frenzel. So sei momentan der Plan. 

Und die Nachfrage ist riesig: "Unser E-Mail-Postfach glüht", erzählt er. Täglich trudeln dort unzählige Nachrichten von Interessenten aus aller Welt ein. "Die Leute fragen aus Russland, aus Süd- und Nordamerika, aus Südafrika an. Von wirklich überall", so Frenzel. Auch weltweit würden Medien bereits über den Airbag berichten. "Wir sind total positiv überrascht. Es ist verrückt,was da gerade passiert", sagt er weiter. 

Weiterer Auftrieb könnte durch den Gründerpreis von Schwäbisch.Media aus Ravensburg kommen. Der erste Platz bei dieser Veranstaltung wird mit 5000 Euro prämiert. "Wir rechnen nicht damit, es wäre aber natürlich schön." 

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