Aalen startet ins E-Car-Sharing

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Unser Bild zeigt beim Start des E-Carsharing an der dazu gehörigen Stromtankstelle in der Aalener Rathaus-Tiefgarage von links
Unser Bild zeigt beim Start des E-Carsharing an der dazu gehörigen Stromtankstelle in der Aalener Rathaus-Tiefgarage von links (Foto: Thomas Siedler)
Eckard Scheiderer

Am Freitag ist Aalen gemeinsam mit Minister Alexander Bonde offiziell in das Zeitalter des E-Carsharing gestartet. Ab Sommer können in einer Kooperation zwischen den Stadtwerken und der Plattform Flinkster der Deutschen Bahn an drei Stationen in Aalener Parkhäusern sechs Elektrofahrzeuge per Internet gebucht werden. Bis dahin ist das E-Carsharing über das Kundeninformationszentrum der Stadtwerke nutzbar.

Bereits im April 2013 war Aalen im Ideenwettbewerb „Elektromobilität Ländlicher Raum“ als eine von 20 Städten im Land mit einem Fördergeld in Höhe von 100 000 Euro für ein E-Carsharing-Konzept bedacht worden. Bis zur endgültigen Realisierung hat es aber immerhin noch zwei Jahre gedauert. Unter anderem, weil die technischen Möglichkeiten rasch fortgeschritten sind und die Stadtwerke einen Partner für ein System suchten, das möglichst umfassend und effizient nutzbar ist. Mit der Plattform Flinkster der Bahn-Tochter DB Rent wurde man schließlich fündig. Das Aalener E-Carsharing-Angebot ist damit in die gesamte Plattform des DB-Carsharing eingebunden wie auch umgekehrt jeder DB-Kunde europaweit über Flinkster ein Elektroauto buchen und nutzen kann, wie Stadtwerke-Geschäftsführer Cord Müller betonte.

Jeder E-Car-Besitzer kann tanken

Für das E-Carsharing haben die Stadtwerke insgesamt drei Stationen samt Stromtankstellen eingerichtet: in der Rathaus-Tiefgarage, im Parkhaus Spitalstraße sowie im Park-and-Ride-Parkhaus am Bahnhof. Sechs Elektrofahrzeuge stehen zum Ausleihen zur Verfügung: drei Smarts von Mercedes und drei Ups von VW. An den Elektrotankstellen können auch private E-Car-Besitzer ihr Fahrzeug laden, bezahlt wird der Ladestrom über das Parkhaus-Kassensystem. Für das E-Tanken fallen aber keine Parkgebühren an.

Aktuell kann das E-Carsharing nach Anmeldung und Registrierung im Kundeninformationszentrum der Stadtwerke genutzt werden. Dort erfolgt auch noch die Fahrzeugübergabe. Bis ab Sommer dann die Elektroautos über das Flinkster-System gebucht werden können.

Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, sagte am Freitag in Aalen, der Landesregierung sei es wichtig gewesen, die Möglichkeiten einer neuen Mobilität nicht nur in den Ballungszentren anzubieten. Ohne eigenes Auto die Bedürfnisse nach Mobilität zu befriedigen, diese Erfahrung müsse auch im Ländlichen Raum gemacht werden, wo gerade das Zurücklegen von Kurzstrecken eine ganz andere Bedeutung habe als in den Ballungsräumen mit ihrem umfassenden ÖPNV-Angebot.

Erst am Anfang

„Wir stehen erst am Anfang“, unterstrich Oberbürgermeister Thilo Rentschler den Willen der „nachhaltigen Stadt“ Aalen, bei all diesen Entwicklungen auch künftig ganz vorne mit dabei sein zu wollen. Wenn der Anfang gut gemacht werde, könne es auch gut weitergehen.

Einen weiteren Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur über die jetzt bestehenden drei zentralen Ladestellen mit insgesamt 16 Ladepunkten hinaus planen die Aalener Stadtwerke vorerst allerdings nicht. Man wolle die Auslastung und die weitere Entwicklung der Zahl an Elektroautos in Aalen abwarten, heißt es.

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