Aalen ist nicht Las Vegas: Wer wo was bewerben darf

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 Die neue Werbesetzung soll Auswüchse wie an der Wilhelmstraße zwischen Aalen und Wasseralfingen künftig verhindern.
Die neue Werbesetzung soll Auswüchse wie an der Wilhelmstraße zwischen Aalen und Wasseralfingen künftig verhindern. (Foto: Archiv)

Gegen das, worüber sich die Leute schon seit Jahren aufregen – die großen Werbetafeln etwa an der Wilhelmstraße zwischen Aalen und Wasseralfingen – ist auch weiterhin kein Kraut gewachsen. Sie genießen Bestandsschutz. Weitere derartige Auswüchse soll in Zukunft aber die Werbesatzung für Außenwerbung regeln, an der die Stadt im Prinzip schon seit 2016 herumdoktert. Jetzt hat sich der Ausschuss für Umwelt und Stadtentwicklung des Gemeinderats mit dem zweiten Auslegungsbeschluss für eine solche Satzung befasst.

Die Satzung beschreibt drei Zonen: In Zone 1 und 2 – der Stadtkern und der weitere Bereich um ihn herum – soll Fremdwerbung nicht zulässig sein, in Zone 3 – relevante Straßenzüge in Aalen, Wasseralfingen, Unterkochen und der Weststadt – soll Fremdwerbung bestimmten Regeln unterworfen sein. Unter anderem sollen hier Werbeanlagen mit grellem oder bewegtem Licht, auf Dächern, an Schornsteinen oder Einfriedungen verboten sein. Ohne eine solche Satzung, so sagte Stadtplanerin Ingrid Stoll-Haderer, könne die Stadt weder bei Form noch Inhalt solcher Fremdwerbung eingreifen.

Vieles sei da in den letzten Jahren schon versäumt worden, bemängelte Andrea Hatam (SPD). Michael Fleischer (Grüne), dem immer noch die Bildschirm-Werbetafel an der Kreissparkasse ein Dorn im Auge ist, meinte: „Wir müssen schon aufpassen, dass wir nicht irgendwie in Richtung Las Vegas kommen.“ Manfred Traub (CDU) und Claus Albrecht (Freie Wähler) hielten es für falsch, in Zone 3 nur die bislang genannten Bereiche zu definieren. Es gebe auch auf dem Härtsfeld oder im Welland relevante Einfallstraßen, etwa von der Autobahn oder der B29. Die Werbesatzung müsse schon für die ganze Stadt gelten. Albrecht ärgerte sich zudem über großflächige Plakate und Banner etwa an Brückengeländern, die auch dann noch hingen, wenn die beworbene Veranstaltung schon längst vorbei sei. Die, so musste er sich von Steidle erklären lassen, seien grundsätzlich mit Befristung genehmigungspflichtig. Werde die Aushängefrist überzogen, werde das Ordnungsamt tätig, was dann teuer werde. Am 11. April geht die Werbesatzung in eine weitere Runde, diesmal im ganzen Gemeinderat, der den zweiten Auslegungsbeschluss fassen soll.

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