25-Jähriger Aalener soll mit Marihuana gedealt haben

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 Erster Staatsanwalt Hermann hatte dem geständigen Mann in seiner Anklageschrift vorgeworfen, im Mai 2017 mindestens zweimal Mar
Erster Staatsanwalt Hermann hatte dem geständigen Mann in seiner Anklageschrift vorgeworfen, im Mai 2017 mindestens zweimal Marihuana von einem polizeibekannten „Lieferanten“ zum Weiterverkauf bezogen zu haben. (Foto: Daniel Karmann)
Gerhard Krehlik

Zu einer Gefängnisstrafe von zwei Jahren ohne Bewährung hat das Aalener Schöffengericht unter Vorsitz von Amtsgerichtdirektor Martin Reuff einen 25-jährigen Mann aus Aalen verurteilt.

Erster Staatsanwalt Hermann hatte dem geständigen Mann in seiner Anklageschrift vorgeworfen, im Mai 2017 mindestens zweimal Marihuana von einem polizeibekannten „Lieferanten“ zum Weiterverkauf bezogen zu haben. Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung in Aalen am 1. Juni 2017 fand die Polizei außerdem eine größere Menge Kokain, die bereits zum Weiterverkauf portioniert war, sowie 2700 Euro Bargeld und verschiedene Utensilien wie eine Feinwaage und Milchzucker, der üblicherweise zum „strecken“ von Kokain verwendet wird.

Über seinen Verteidiger, Rechtsanwalt Siepmann aus Bietigheim, hatte der 25-Jährige schon vor Weihnachten schriftlich erklären lassen, dass er die ihm vorgeworfenen Taten einräumt. Dadurch konnte auf den Großteil der geladenen Zeugen in der Hauptverhandlung verzichtet werden. Lediglich die mit dem Fall befasste Kriminalbeamtin von der Polizeidirektion Aalen schilderte als Zeugin detailliert die durchgeführten Ermittlungen. Zum Verhängnis wurde dem Beschuldigten letztendlich, dass die Drogenfahnder seinen Lieferanten bereits im Visier hatten und dessen Telefonverkehr überwachten. Dadurch kamen sie auf die Spur des Angeklagten. Der Lieferant wurde bereits zu einer Haftstrafe verurteilt und sitzt im Gefängnis.

Trotz des Geständnisses wollten Richter Reuff, sowie die beiden Schöffinnen und der Staatsanwalt nähere Einzelheiten zu den Taten und der „Drogenkarriere“ des Beschuldigten wissen, um ein angemessenes Strafmaß finden zu können. Dieses Ansinnen gestaltete sich jedoch ziemlich schwierig, da die meisten Antworten des Beschuldigten „… kann schon sein…“, „…schon möglich…“ oder „…weiß ich nicht mehr…“ lauteten, sodass ihn schließlich sein eigener Verteidiger ermahnen musste, konkretere Angaben zu machen. Im Jahr 2015 ist der Mann vom Amtsgericht Ellwangen schon einmal zu einer Bewährungsstrafe wegen mehrerer Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt worden. Das war ihm jedoch offensichtlich keine Lehre, so Staatsanwalt Hermann. Er forderte deshalb in seinem Plädoyer eine Freiheitsstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten ohne Bewährung. Rechtsanwalt Siepmann stellte das Strafmaß ins Ermessen des Gerichts, hielt jedoch eine Aussetzung der Strafe zur Bewährung nochmal für angemessen.

Berufung ist zu erwarten

Die Chance, sich im letzten Wort reumütig zu zeigen, ließ der Beschuldigte ungenutzt verstreichen. Erst bei der Urteilsverkündung durch Amtsrichter Martin Reuff schien ihm klar zu werden, dass er damit rechnen muss, tatsächlich ins Gefängnis zu wandern, wenn durch eine - wohl zu erwartende - Berufung vor dem Landgericht Ellwangen kein milderes Urteil erreicht werden kann.

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