Am Ellwanger Landgericht ist der Rauschgiftprozess gegen zwei Aalener und einen Albaner fortgesetzt worden.
Am Ellwanger Landgericht ist der Rauschgiftprozess gegen zwei Aalener und einen Albaner fortgesetzt worden. (Foto: Volker Hartmann/dpa)
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Zwei junge Männer aus Aalen und ein Albaner müssen sich seit 27. März vor der Zweiten Großen Jugendkammer des Landgerichts Ellwangen wegen umfangreichen, gewerbsmäßigen und bandenmäßigen Handeltreibens mit Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge verantworten. Am Montag war der zweite Verhandlungstag.

Die Staatsanwaltschaft legt dem 21 und 22 Jahre alten deutschen Brüderpaar aus Aalen und dem 30-jährigen Albaner Rauschgiftgeschäfte mit Kokain und Marihuana im Großraum Aalen zur Last. Im Gespräch sind allein mehrere Kilogramm Marihuana.

Der 30-Jährige, der für die Beschaffung der Transport- und Depotfahrzeuge zuständig war, wurde bei einer Fahrzeugkontrolle durch die deutsche Polizei und mit einem Spürhund mit fast 13 Kilogramm Kokain erwischt.

Im doppelten Boden des Autos Drogen versteckt

Die Drogen waren in Hohlräumen des Autos versteckt und sollten von Holland nach Aalen verbracht werden. Unter anderem gab es im Auto einen doppelten Boden. Telefonüberwachungen und Observationen waren vorausgegangen.

Aussicht auf lange Strafen

Vorsitzender Richter Bernhard Fritsch wies am Montag die drei Angeklagten darauf hin, welche Freiheitsstrafen für sie infrage kommen könnten, je nachdem ob sie ein Geständnis ablegten oder nicht. Im Spiel stehen angedrohte Freiheitsstrafen zwischen zwei und 13 Jahren. Nach Unterredung mit den Verteidigern signalisierte das Brüderpaar aus Aalen Bereitschaft zu einem Geständnis. Der Albaner wollte das noch bis zum nächsten Verhandlungstermin offen lassen. Für ihn hatte Fritsch ohne Geständnis eine Freiheitsstrafe von zwölf bis 13 Jahren, mit Geständnis eine solche von sieben Jahren in Aussicht gestellt.

Gastwirt war in Handel verwickelt

Zwei Polizeibeamte wurden als Zeugen vernommen. Dabei ging es vor allem darum, ob man den Angeklagten nachweisen kann, ob sie Teil einer Bande sind. Den Stein ins Rollen brachten Ermittlungen gegen einen Gastwirt aus Schechingen, der aus seiner Gaststätte heraus mit Kokain und Marihuana in großen Mengen gehandelt hat. Auch ein Onkel der jetzt angeklagten Brüder war bis zu seiner Verhaftung daran beteiligt.

Die Verhandlung wird am 6. Mai um 9.30 Uhr fortgesetzt. Dann könnte bereits das Urteil fallen. Eventuell wird dann aber auch das Verfahren gegen den 30-Jährigen abgetrennt. Die Zuhörer wurden übrigens auf dem Weg in den Sitzungssaal akribisch kontrolliert. Sie mussten durch eine Schleuse, ihre Personalausweise wurden eingelesen.

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