Die SfD um Trainer Helmut Dietterle (l.) hatte allen Grund zum Jubeln.
Die SfD um Trainer Helmut Dietterle (l.) hatte allen Grund zum Jubeln. (Foto: Thomas Siedler)
Sportredakteur/DigitAalen

Ja, es war kein Traum. Wenn die Fußballer der Sportfreunde Dorfmerkingen im neuen Jahr auf die Tabelle schauen, ist alles beim Alten. Zweiter in der Fußball-Verbandsliga: Sportfreunde Dorfmerkingen. Und das noch mindestens genau zwei Monate. In völlige Euphorie fiel Helmut Dietterle im Gespräch mit den „Aalener Nachrichten“ deshalb nicht und er wird es auch nicht mit Blick auf die kommenden Monate. Ja, sie haben eine gute Ausgangsposition und ja, sie sind ungeschlagen durch den ersten Teil der Saison gegangen, was in dieser starken Verbandsliga keiner schaffte und dementsprechend für Respekt bei den Gegner sorgen dürfte.

„Überraschend“, findet Dietterle den Ist-Zustand, doch der 67-jährige Trainerfuchs, der schon Vereine wie den VfR Aalen coachte als seine jetzigen Spieler noch im Kinderwagen saßen, weiß, wie der Fußball tickt. „Vollkommen unerwartet ist im Fußball auch nichts.“

Die Sportfreunde haben nach der vergangenen Saison, als die Relegation zum Oberliga-Aufstieg verpasst wurde, nicht geträumt, sondern gearbeitet. Am Kader, denn mit Fabian Weiß, Niklas Weißenberger und Carl Murphy gingen etwa drei Stützen weg, ausgerechnet zum Ostalb-Rivalen TSV Essingen. Und dann mit den neuen Spielern des Kaders, in dem sich junge Akteure ins Rampenlicht spielten und die Abgänge nicht mehr für Gesprächsstoff sorgen.

„Ich bin mit allen zufrieden, die zu uns gestoßen sind“, sagt Dietterle und will gar keinen hervorheben. Neuzugänge wie Onur Mutlu und Fabian Mango spielten sich beispielweise in die Startelf. Und er denkt an diejenigen, die geblieben sind, es gibt mittlerweile Eckpfeiler wie Michael Schiele, Daniel Nietzer, Fabian Gruber oder Christian Scherer, will aber „eigentlich keinen herausheben“. Dabei musste Dietterle auch noch die Ausfälle von Veljko Milojkovic (Schlüsselbeinbruch) sowie Marco Roschmann und Timo Zimmer (beide krankheitsbedingt) verkraften. Dietterle ist ziemlich stolz auf seine Mannschaft. „Wir haben ein richtig gutes halbes Jahr hinter uns“, sagt der Coach, der es wieder geschafft hat, ein starkes Team aufzubauen, dass es zur Krönung im ersten Rückrundenspiel noch vollbrachte, den TSV Essingen um Weiß, Weissenberger und sonstigen Ex-Profis vor 900 Zuschauern auf dem Härtsfeld mit 4:0 weg zuhauen.

Die Wunschkombination

Die Dorfmerkinger um ihren Trainer, der einst für den VfB Stuttgart spielte, feilen weiter an der Wunschkombination einer jeden Fußball-Mannschaft: Sicher stehen und gut spielen. Die Defensive, die mit 18 Gegentoren einen Bestwert aufbietet, hat sich eigentlich nur zwei Aussetzer geleistet – beim 3:3 gegen den VfB Neckarrems und beim verrückten 5:5 in Ehingen. Doch besonders dieses Spiel zeigte die Moral der Mannschaft, sie habe sich nach einem 1:5-Rückstand „richtig aufgerafft“.

„Besser spielen“, sei das Ziel für die kommenden Aufgaben und „die Zuschauer für uns gewinnen“, und wie so viele Mannschaften „von Spiel zu Spiel denken“. Natürlich könnte man angesichts einer Mannschaft, die ohne Niederlage durch die Liga zog auch von mehr reden, doch die Sportfreunde bleiben am Boden. „Wir haben unsere Erfahrungen gemacht“, erklärt Dietterle. Also bleibt Dietterle im derzeitigen Spitzendreikampf entspannt. Einen Punkt liegen die SfD hinter SKV Rutesheim, punktgleich mit dem Dritten FSV Hollenbach, mit acht Zählern Vorsprung vor dem VfL Sindelfingen. Das Spitzentrio zeichne laut Dietterle aus, dass sie „echte Mannschaften“ seien. Sie stünden „völlig zurecht“ da oben. „Es wird eine harte Runde“, sagt der Coach über das was da noch kommt. Da darf man nicht träumen.

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