1800 Kilo schwer ist er: Der Gießer steht nun am Südkreisel. Es freuen sich Wasseralfingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam und Obe
1800 Kilo schwer ist er: Der Gießer steht nun am Südkreisel. Es freuen sich Wasseralfingens Ortsvorsteherin Andrea Hatam und Obe (Foto: Markus Lehmann)
Markus Lehmann

Da steht er nun – majestätisch und bärtig, 1800 Kilogramm Eisen und mit Blick gen Braunenberg, aus dem einst das Eisenerz abgebaut wurde. Damit genau an der richtigen Stelle, wie die Versammelten meinten: Am Mittwochabend wurde am neuen Wasseralfinger Südkreisel die Gießerstatue mit einem kleinen Festakt gefeiert.

Ortsvorsteherin Andrea Hatam verwies auf den längeren Entscheidungsprozess, bis im Ortschaftsrat der Stellplatz für die imposante Erscheinung entschieden war. Nun stehe er am richtigen Platz – um einen freundlichen Willkommensgruß aus Wasseralfingen zu entbieten. Es sei ein großes Anliegen gewesen, erklärte Hatam nach einem kurzen Grußwort von Oberbürgermeister Martin Gerlach, den Platz zu verschönern und mit dem Gießer ein markantes Zeichen zu setzen. Geld für Kunst und Verschönerung sei ja gerade in diesen Zeiten keine Selbstverständlichkeit. Hier zeige sich, was möglich ist, wenn man zusammenhält. Mit dem Gießer werde an die Geschichte des ältesten Industrieunternehmens erinnert, sagte Ulrich Severing, Geschäftsführer der SHW Casting Technologies, dem Hauptsponsor der Eisenfigur. Zu ihrer Entstehung hatten Studenten der Hochschule Aalen (die Fräsarbeiten für das überlebensgroße Modell) und als maßgebliche Gestalter schließlich Modelleur Alfred Neukamm und Wolfgang Seibold, der ehemalige Leiter der Gießerei, beigetragen, quasi als „Väter“ des Eisenmanns.

Der Bund für Heimatpflege hat einige geschichtliche Hintergründe über die Gießerfigur zusammengestellt: Während der Amtszeit von Wilhelm Faber-du-Faur (geboren 1786) als Bergrat und Werksdirektor entwickelten sich die Hüttenwerke zur Hauptgießerei des Landes und zu einem der größten Industriebetriebe Europas. 1823 berief er Konrad Weitbrecht als ersten Modelleur des Hüttenwerks, ihm folgte sein Lieblingsschüler Christian Plock. Er schuf dann auch die 50 Zentimeter hohen gusseisernen Figuren – Bergmann, Techniker, Chemiker und eben den Gießer. Diese figürliche Darstellungen von Berufen der Montanindustrie gehören zu den frühesten Skulpturen aus der Welt der Arbeit und der beginnenden Industrialisierung in Deutschland. Der Gießer weist mit der Gießkelle in seiner Schutzkleidung mit Sturz und Schlapphut auf sein Handwerk hin. Er zeigt, freute sich der Bund für Heimatpflege, den Vorbeifahrenden ein wenig von der vielfältigen und einmaligen Geschichte der traditionsreichen Schwäbischen Hüttenwerke in Wasseralfingen. (sz)

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen