Aalener Stadttheater entführt nach Illyrien

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„Was ihr wollt“: Viola (links, Mirjam Birkl) gerät an der Küste Illyriens in eine wechselvolle Dreiecksgeschichte.
„Was ihr wollt“: Viola (links, Mirjam Birkl) gerät an der Küste Illyriens in eine wechselvolle Dreiecksgeschichte. (Foto: Theater aalen/Peter Schlipf)

Weitere Termine: 1. (19 Uhr), 7. (20.30 Uhr), 8. (19 Uhr), 13., 14., 19., 20., 21. (20.30 Uhr), 22. (19 Uhr), 26., 27., 28. (20.30 Uhr) und 29. Juli (19 Uhr). Infos und Karten: www.theateraalen.de, Telefon 07361 / 522600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder unter www.reservix.de

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Der Innenhof des Schlosses Wasseralfingen als Küste Illyriens, ein schöner Gedanke. Marlene Anna Schäfer hat dort Shakespeares Komödie „Was ihr wollt“ als Freilichtstück für das Aalener Stadttheater inszeniert. Schon bei der Premiere war klar: Diese grelle Version eines Klassikers passt bestens unter die schützenden Schirme des Schlosses – eine in sich geschlossene, skurrile Welt für sich.

Um den Inhalt ganz kurz nachzuerzählen: Viola (Mirjam Birkl) strandet nach einem Schiffsbruch und dem Tod ihres Bruders Sebastian an der Küste Illyriens, verkleidet sich, um einen Job als Diener zu bekommen, als Mann Caesario und gerät in eine wilde, witzige und wechselvolle Dreiecksgeschichte zwischen Herzog Orsino (Raphael Westermeier) und Gräfin Olivia (Diana Wolf) mit allerlei illustren Randpersonen.

Zum Setting: Das Theater führt seine Besucher zunächst hinters Schloss auf die Sonnenterrasse. Von dort wandert die Zuschauergruppe ums Schloss herum, erlebt nebenbei, wie Viola mit klatschnassen Haaren nach dem Schiffbruch um Hilfe sucht und landet schließlich im Schloss-Innenhof. Der Sinn dieser Aktion erschließt sich spätestens dann, wenn der Zuschauer den Innenhof betritt. „For your pleasure“ prangt dort in großen Lettern, denn so heißt das Stück im Original.

Wechselspiel im Quader

Mitten drin hat Bühnenbildner Robert Kraatz ein aus einfachen Gerüststangen konstruierten Quader aufgebaut mit Ebenen drinnen, draußen und drüber. Ein angedeutetes Karussell, die Schauspieler verharren wie Schaufensterpuppen, bis jeder im Publikum seinen Platz gefunden hat, beginnen dann mit einem schrägen Tanz.

„Alles so schön bunt hier“, sang einst Nina Hagen: Der Herzog im rostbraunen Sakko mit lila Aufschlägen, Haushofmeister Malvolio (Arwid Klaws) in Knickerbockern, Kammermädchen Maria (Alessandra Ehrlich) oder die Junker Tobias von Rülp (Philipp Dürschmied) und Andreas von Bleichenwang (Marcus Krone) in Fantasie-Torero-Anzügen. Erinnerung an den Beatles-Film „Yellow Submarine“ blubbern hoch.

Von Illyrien zu Illusion

Von Illyrien zu Illusion ist es nicht mehr weit. In dieser Szenerie entwickelt sich die Dreiecksgeschichte. Violas Ankunft bringt das etwas ins Stocken geratene Liebeskarussell auf der Insel wieder in Schwung, Geschlechterrollen werden getauscht, Fallen gestellt, Liebesbriefe und Ringe wechseln hin und her – und dazwischen sorgt der Narr (Malenka Tomaek) mit stoischer Ruhe für ein bisschen Ordnung. Viola/Caesario landet schließlich zwischen Herzog und Gräfin, jeder an seiner Ecke der Bühne, bevor der hinters Licht geführte Malvolio – in Unterhosen, laut schimpfend und Türen knallend – den Schlusspunkt setzt.

Shakespeare, da darf man sich fast sicher sein, hätte diese bunte Inszenierung gefallen. der herrlich vertrottelte von Bleichenwang, der heranlassende Malvolio, die naive Viola und all das drumherum. Regisseurin Marlene Schäfer wollte in eine andere Welt entführen. Das ist ihr gelungen. Ahoi.

Weitere Termine: 1. (19 Uhr), 7. (20.30 Uhr), 8. (19 Uhr), 13., 14., 19., 20., 21. (20.30 Uhr), 22. (19 Uhr), 26., 27., 28. (20.30 Uhr) und 29. Juli (19 Uhr). Infos und Karten: www.theateraalen.de, Telefon 07361 / 522600, E-Mail kasse@theateraalen.de oder unter www.reservix.de

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