2011 bei den damaligen Unterkochener Sommertagen als „Karl der Große“ in der Sänfte: Karl Maier, der an diesem Dienstag seinen
2011 bei den damaligen Unterkochener Sommertagen als „Karl der Große“ in der Sänfte: Karl Maier, der an diesem Dienstag seinen 80. Geburtstag feiert. (Foto: Archiv)

Er hat sich augenzwinkernd schon mal gern als „Oberbürgermeister von Unterkochen“ titulieren oder einmal auch als „Karl der Große“ in der Sänfte durch die Straßen seines Heimatorts tragen lassen. Und im jüngsten Streit um die Schättere-Trasse „denen da“ in der „Rathaus-Zentralverwaltung“ in Aalen gezeigt, wo der Hammer hängt. Die öffentlichkeitswirksame Auseinandersetzung hat Karl Maier nie gescheut, als Gewerkschafter ebenso wenig wie in der Kommunalpolitik. An diesem Dienstag feiert der ehemalige Unterkochener Ortsvorsteher seinen 80. Geburtstag.

Was manche gar nicht glauben mögen, denn immer noch setzt sich „dr Karl“, der er für ganz viele in Unterkochen, in Aalen und auf der Ostalb ist, mehrmals in der Woche aufs Rennrad und zieht ab. Sofern er nicht das macht, was er seit inzwischen sage und schreibe über 47 Jahren tut: sich um die Kommunal- und Regionalpolitik zu kümmern. 1971 war er zum ersten Mal in den Gemeinderat der damals noch selbstständigen Gemeinde Unterkochen eingezogen, seitdem hat den „homo politicus“ Karl Maier dieser Virus nicht mehr losgelassen. Und als er vor der letzten Kommunalwahl 2014 – nach vielen Ämtern und Stationen in Ortschaft, Stadt und Landkreis – verkündet hatte, jetzt nirgendwo mehr anzutreten, währte der politikfreie Zustand nur kurze Zeit: Seine Partei, die SPD, entsandte ihn via Wahl im Kreistag in die Verbandsversammlung des Regionalverbands Ostwürttemberg, wo er zumindest noch bis zur nächsten Kommunalwahl 2019 als Vorsitzender der SPD-Fraktion amtiert. Womit Karl Maier einer der am längsten gedienten Kommunalpolitiker in ganz Baden-Württemberg ist.

Hinzustehen, für seine Überzeugungen zu kämpfen, sich für andere einzusetzen, das hat der gestandene Sozialdemokrat Karl Maier schon in jungen Jahren gelernt, vornehmlich bei der IG Metall. Kein Wunder, dass er schließlich 1982 deren Erster Bevollmächtigter in Heidenheim wurde, ein Amt, das er bis zu seiner Pensionierung begleitete. Und das ihn als Vertreter der Arbeitnehmerinteressen in wirtschaftlich guten wie schlechten Zeiten in die Chefetagen und an die Aufsichtsratstische von so manchem Unternehmen mit klangvollem Namen geführt hat – von Voith bis Steiff. Was so nebenbei auch seine Liebe zu den in Giengen produzierten Teddybären geweckt hat, die er bis heute mit Leidenschaft sammelt und – bei seltenen Exemplaren – aus der ganzen Welt zusammenträgt.

„Man darf den Kontakt zu den Menschen nie verlieren, man muss bodenständig bleiben“, hat Karl Maier einmal gesagt. Dies gelingt ihm zweifellos bis heute mit großer Authentizität – und lässt gelegentlich auch einmal ein kleines Übermaß an Kampfgeist leicht verzeihen. Weil es Karl Maier auch dabei nie um sich selbst geht.

Die „Aalener Nachrichten“ schließen sich den vielen Glückwünschen, die ihn heute sicher erreichen werden, gerne an.

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