Wurmlinger glänzen mit Blasmusik in allen Facetten

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 Der Musikverein Eintracht Wurmlingen konnte bei seinem Frühjahrskonzert glänzen.
Der Musikverein Eintracht Wurmlingen konnte bei seinem Frühjahrskonzert glänzen. (Foto: Walter Sautter)
Walter Sautter

Der Musikverein Eintracht Wurmlingen hat am Samstagabend in der Schlosshalle sein begeisterndes Frühjahrskonzert mit Blasmusik in allen Facetten unter dem Leitmotiv „Alpen, Fels und Blasmusik“ regelrecht zelebriert. Und: „Mich freut’s“, war Vorsitzender Rolf Butsch gleich bei der Begrüßung zufrieden, dass die Liebhaber der Blasmusik „so zahlreich gekommen sind“.

Der vom musikalischen Leiter Andreas Fink ausgewählte Titel hatte ihn indes zunächst eher etwas irritiert. „Ich dachte, es gibt ein traditionelles Konzert“, bekannte er. Aber er habe sich getäuscht. Denn die Bandbreite reichte bis zur absoluten Moderne. Es sei aber in jedem Fall, „Musik, die direkt ins Ohr geht und im Gedächtnis haften bleibt“, war er nach der intensiven Vorbereitung sicher.

Und Dirigent Fink? Er habe an der Idee schon länger herumstudiert. Österreich habe schon seit Jahren die musikalische Ausbildung von (kultur-)politischer Seite gefördert und viele exzellente Musiker und Komponisten hervorgebracht. Aus dieser Fülle zu schöpfen, wollte er jetzt realisieren. Und dann steht im Titel auch noch „Fels“. Aber der muss ja nicht alpenländisch sein. Da gibt es den US-amerikanischen Action-Thriller „The Rock“ mit der Gefängnis-Insel Alcatraz. Die Filmmusik daraus, „Highlights from the Rock“, hatte es ihm jedenfalls angetan. Diese wäre „genau richtig“, um seine „hochtalentierten Schlagzeuger zu fordern“. Das klappte dann – trotz rhythmischer Schwierigkeit und Tonart- und Taktwechseln – eindrucksvoll und in Perfektion.

Mit einer musikalischen Bergwanderung unter dem zeitgenössischen Titel „Alpine Inspiration“ des Komponisten Martin Scharnagel hatten die Aktiven ihren Konzertteil eröffnet. Die „Schönheit der Berge“ mit Ankunft auf dem Gipfel sei darin musikalisch umgesetzt, hatte Michael Ilg als routinierter Ansager erläutert.

Im zweiten Teil des Konzerts entsprach das Programm, einschließlich der Zugaben, dann mehr der aufgezogenen weiß-blauen Rautenflagge: Dirigent Fink hatte in seinem „Wurmlinger Alpenpotpourri“ traditionelle Titel arrangiert. Da waren die lustigen Holzhackerbuam „live“ mit Axt und Säge auf der Bühne und Alphornklänge und Ausschnitte aus dem Schlager „Heidi“ versetzten die Zuhörer fiktiv mitten in die Berge. Ein Schmankerl war natürlich das „unnachahmliche Gesangsduo“ mit Vorstand und Vize, mit Rolf Butsch und Martin Winker. Und dazu passte auch – erneut Scharnagel – „So schön ist Blasmusik“. Sowie von Kurt Gäble die „Heublumen-Polka“ und als Identitätsmerkmal ein „Allgäu Land“. „Musikverein macht Spaß“, stand schließlich passend auf einem großen Transparent auf der Bühne.

Für den Konzertauftakt stand traditionell die Jugend: Musiklehrer Oliver Helbich stellte das Jugendorchester der benachbarten Musikvereine aus Seitingen-Oberflacht, Wurmlingen und Rietheim-Weilheim sowie die beiden Orchesterklassen aus der Kooperation mit der Konzenbergschule vor. Die Titel waren zwar fern der Bergwelt. Aber „Marsch der Optimisten“ war nicht nur ein Titel, sondern regelrecht Leitmotiv.

Und: Die Aktion „Jedem Kind ein Instrument“ sei schon ein „finanzieller Kraftakt“, hatte Vorsitzender Butsch angemerkt. Daher dürfe das historische Spendenbässle „bis zum Anschlag voll werden“, war seine Bitte. Denn die Aktion könne die Zukunft des Musikvereins „über das digitale (Spielzeug-) Alter hinaus sichern“.

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