Wurmlingen will Holzernte intensivieren

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Die Wurmlinger Gemeinderäte haben sich bei ihrem „Waldtag“ ein Bild vom Zustand des gemeindeeigenen Forstes gemacht. Ihr Fazit war durchaus zufriedenstellend, auch wenn es Sorgen wegen neuer Schädlinge gibt.

Karlheinz Schäfer, der künftige Leiter des Kreisforstamtes, infomierte die Räte über den Stand der Forstneuorganisation. Diese soll ihre Arbeit ab Januar 2020 aufnehmen. Schäfer nahm auch Stellung zur Situation im Forst. Die aktuelle Kalamität mit Borkenkäfer der Fichte und auch der Tanne sei „schon heftig“. Dazu kämenTrockenschäden an der Buche und auch beim Ahorn gebe es hinischtlich der Schädlinge „eine neue Hiobsbotschaft“.

Auf dem Rußberg wurden von Forsteinrichter Tom Drabinski vom Regierungspräsidium Freiburg in den Distrikten „Eichen“ und „Ghai“ die so genannten Waldbilder erläutert. Sowohl im Buchen-Altholz mit funktionierender Naturverjüngung wie auch im Fichten-Altholz wurde eine nachhaltige Weiterentwicklung auch unter betriebswirtschaftlichem Aspekt beurteilt. Dazu gehörte auch eine Risikoabwägung von höheren Vorräten an zur Ernte anstehendem Holz. In solchen Beständen könnten außergewöhnliche witterungsbedingte Ereignisse zu erheblichen Schäden führen.

Im Zustandsbericht zum Abschluss der aktuellen Forsteinrichtung bestätigte Drabinski Gemeinde und Revierleiter eine „planvolle Waldbewirtschaftung. Mit 47 540 Erntefestmeter wurde die vorgegebene Gesamtnutzung nahezu perfekt erreicht. Ein hervorragender Wert wurde bei der Jungbestandspflege festgestellt. Diese wurde auf knapp 100 Hektar durchgeführt. Dies entspricht 200 Prozent des geplanten Sollwertes. Der auf gleich bleibendem Niveau liegende Holzvorrat beträgt 382 Vorratsfestmeter. „Damit ist der Gemeindewald Wurmlingen einer der vorratsreichsten Betriebe im Landkreis Tuttlingen.“ Er liegt zehn Prozent über dem Durchschnitt. Der Anteil an Starkholz ist deutlich angestiegen. Und beträgt 32 Prozent des gesamten Holzvorrates.

„Nur ein Wald, der gepflegt wird, ist ein stabiler Wald“, war das Credo von Drabinski. In diesem Zusammenhang wurde auch die „zufällige Nutzung“, wie der Anfall von Schadholz bezeichnet wird, gesehen. Diese lag mit je vier Prozent durch Sturm und Schnee sowie zehn Prozent durch Insektenbefall noch in akzeptablem Rahmen.

Aufgrund des hohen Holzvorrates soll in den kommenden zehn Jahren die Holzernte intensiviert werden. Vorgesehen ist eine um zehn Prozent höhere Gesamtnutzung von rund 52 700 Festmetern. Diese liegt trotzdem mit 8,3 Festmetern pro Hektar und Jahr unter dem Zuwachswert von 9,3. Gesetzt wird erneut auf Naturverjüngung. Dazu kommt die ergänzende Pflanzung von „klimastabileren Nadelbäumen“ mit Douglasie und Lärche auf 3,6 Hektar.

Revierleiter Andreas Fink „wurde ein gutes Zeugnis ausgestellt“, sagte Bürgermeister Klaus Schellenberg. Die Erhöhung des Hiebsatzes sei „der richtige Ansatz“, denn die Nachhaltigkeit sei trotzdem „gewährleistet“.

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