Wegkreuz in Gemeinschaftsleistung renoviert

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 Im Rahmen einer kleinen Feier wurde das Wegkreuz in Wurmlingen eingeweiht.
Im Rahmen einer kleinen Feier wurde das Wegkreuz in Wurmlingen eingeweiht. (Foto: Walter Sautter)
ws

„Drum schtoht a Kreuz an jedem Weg“, hat Fritz Schray einst gedichtet. Einschließlich der Bildstöcke sind es auf Wurmlinger Gemarkung 35 dieser Mahnmale. Altrektor Hans-Peter Pfeiffer hat ihre Entstehungsgeschichten und Lage beschrieben. Eines war wohl sein „Sorgenkind“: Das „Bahnhofskreuz“. Aber jetzt erstrahlt es in neuem Glanz. Am Mittwoch hat Pfarrer Maurice Stephan in einer Feier mit rund 50 Gläubigen dieses geweiht.

Es zeige, dass Gott zum Heil der Menschen „zu allem bereit“ sei, damit unser Leben gelinge. Es sei gut, dass man die Kreuze erhalte. Sie geben Orientierung und Kraft, führte Pfarrer Stephan aus.

Die Ursprünge des Wegkreuzes an der Straße Richtung Weilheim, zwischen (ehemaligem) Bahnhof und dem Kreisverkehr der B 14, liegen im „geschichtlichen Dunkel“. Wahrscheinlich sei dort in den Jahren zwischen 1600 und 1635 ein Pestkreuz „als Zeichen der Hoffnung“ errichtet worden, erläuterte Altrektor Pfeiffer. Erst ab 1860 habe er dann „klare Aufzeichnungen“ in den Archiven gefunden.

Das jetzige Kreuz sei 1982 von August Honer errichtet worden. Aber inzwischen sei es „herrenlos geworden“. Um es vor dem Zerfall zu retten, habe eine grundlegende Sanierung notgetan. Pfeiffer motivierte seine ehemalige Pfadfindergruppe St Michael – zehn gestandene Männer kurz vor dem 70. – eine „kleine Patenschaft“ für das Wegkreuz zu übernehmen und dessen Renovierung zu organisieren, um die 400-jährige Geschichte und „diese Form der Gottesbegegnung“ fortzusetzen. Die Aktion wurde letztlich „eine tolle Gemeinschaftsleitung“, bestätigte Bürgermeister Klaus Schellenberg. Zumal auch der Bauhof der Gemeinde „mit Hand angelegt“ hatte. Der Platz sei deutlich aufgewertet worden. Und wenn die Gemeinde im Schatten der beiden uralten, das Kreuz flankierenden Rosskastanienbäume, auch noch „ein schönes Bänkle aufgestellt“ habe, lade er nicht nur zu Gebet und Besinnung ein, sondern auch zu einer Rast bei einer „Faulenbach-Runde“.

Er dankte besonders Altrektor Pfeiffer als „Initiator und Motor“ der Aktion. Dieser gab den Dank mit einem kleinen Geschenk – „eigentlich symbolisch“ – weiter an die Experten unter den Mitstreitern: Zimmermann Georg Werner, Flaschner Randolf Bacher und Maler Siegfried Bassi sowie Sebastian Sommer für die Herstellung der Stele für die dort angebrachte Geschichte des Kreuzes. Dazu kam der Dank an Ursula Haag: Mit Harfenklängen aus „Highland Heart“ hatte sie die Feier musikalisch umrahmt.

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