Unterm Strich ist es für Wurmlingen ein gutes Jahr

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 Wurmlingen geht es finanziell gut.
Wurmlingen geht es finanziell gut. (Foto: Bernd Wüstneck)
Walter Sautter

Den schriftlich vorliegenden Jahresabschluss der Haushaltsrechnung für 2018 der Gemeinde Wurmlingen hat Bürgermeister Klaus Schellenberg am Montagabend im Gemeinderat erläutert. „Unterm Strich“ sei es ein gutes Jahr gewesen. 2018 könne „als ein stabiles Haushaltsjahr“ bezeichnet werden. Die Abschlüsse für den Eigenbetrieb Wasser- und Wärmeversorgung legte Hauptamtsleiter Rolf Liebermann vor.

Die Jahresrechnungen wurden diskussionslos und einstimmig gutgeheißen. Das „finanzpolitische Credo“ der Gemeinde wurde jedenfalls wieder eingehalten: „Wir sind nach wie vor schuldenfrei“, stellte der Bürgermeister zufrieden fest, denn die Gemeinde habe weiterhin „große Aufgaben vor sich“. Dem pflichtete Bürgermeisterstellvertreter Norbert Bacher bei. Und: Der Gemeinderat sei „sehr beruhigt. In einer schuldenfreien Gemeinde zu leben, macht einfach mehr Spaß“.

Zumal einige positive Entwicklungen vorgetragen wurden: Die Zuführungsrate zum Vermögenshaushalt von 2,037 Millionen Euro lag deutlich über dem Planansatz von 851 000 Euro. Dies wirkte sich positiv auf die allgemeine Rücklage aus. Anstelle der geplanten Entnahme von 116 000 Euro erfolgte eine Zuführung von 948 000 Euro.

Die Haushaltsansätze seien „sehr konservativ“ vorgenommen worden, so Schellenberg. So schlugen die überwiegend positiven Entwicklungen deutlicher zu Buche als negative Überraschungen. Bei der Gewerbesteuer war der Ansatz von 1,2 Millionen mit dem Ergebnis von rund 2,5 Millionen Euro mehr als verdoppelt worden. Trotzdem seien in der Gewerbeentwicklung weitere Anstrengungen in Richtung Neuansiedlungen nötig. Zumal auch die Kompensierung der Wirkung zurückliegender Insolvenzen angestanden habe. Als Voraussetzung für eine Entwicklung wird eine aktive Grundstückspolitik gesehen. Diese wird dokumentiert durch Grundstückserlöse von 408 000 Euro und dem Aufwand von 176 000 Euro für den Erwerb von neuen Flächen.

Positiv entwickelt hat sich auch die Einkommenssteuer. Mit 2,76 Millionen erhöhte sie sich um 158 000 Euro. Dabei gab es für die Planer nahezu eine Punktlandung. Sie lagen bei dieser enormen Summe nur um 2000 Euro mit ihrer Prognose „daneben“.

Ein augenfälliger Beweis für nachhaltige Investitionen war in dem Zahlenwerk auch zu entdecken: Die Stromkosten für die Straßenbeleuchtung lagen über Jahre im Bereich von jährlich 50 000 Euro. Jetzt haben sie sich bei 17 000 Euro eingependelt.

Der Vermögenshaushalt der Gemeinde enthalte „eine Reihe von umfangreichen Investitionen“, so der Bericht. Dazu gehörte die Außensanierung des Rathauses. Dafür konnte ein Zuschuss von 213 000 Euro eingenommen werden. Für das bestellte Löschfahrzeug waren im Haushalt 2018 bereits 330 000 Euro eingestellt. Bisher angezahlt wurden 127 000 Euro. Die Auslieferung soll Anfang 2020 erfolgen.

Eine große Aufgabe, besonders für 2019 und 2020, ist der Bau des dritten Kindergartens. Bereits 2018 wurde dafür „gespart“: Eine halbe Million an Eigenmitteln sowie 100 000 Euro Zuschuss konnten auf 2019 übertragen werden. Dazu kommen alljährliche „wesentliche Ausgabepositionen“ im Verwaltungshaushalt: Ein Abmangel von 500 000 Euro für die Kindergärten und jeweils 100 000 Euro Defizit bei den beiden Hallen. Bei letzteren bestehe Handlungsbedarf bei der Bewirtschaftung und damit der Steigerung der Energieeffizienz.

Das Ergebnis des Eigenbetriebs Wasser- und Wärmeversorgung mit einer Bilanzsumme von 1,863 Millionen Euro ist zweigeteilt: Die Wasserversorgung hatte einen Überschuss von 24 500 Euro - und die Tatsache, dass „das Leitungsnetz in einem guten Zustand ist“. Bei der Wärmeversorgung hatte sich ein Verlust von 33 000 Euro ergeben. Beide Ergebnisse werden auf das neue Wirtschaftsjahr vorgetragen.

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