Vorsitzender Egon Pfeifer (rechts), Oldtimer Freund Fritz Kummerer (Zweiter von rechts) und Ralf Distel, Sohn des früheren Besi
Vorsitzender Egon Pfeifer (rechts), Oldtimer Freund Fritz Kummerer (Zweiter von rechts) und Ralf Distel, Sohn des früheren Besitzers der Chassis beim Abladen des Veritas-Fahrgestells vom Autotransportanhänger vor dem Oldtimer Museum in Meßkirch. Link (Foto: Karlheinz Kirchmaier)
Schwäbische Zeitung
Karlheinz Kirchmaier

Vor wenigen Tagen ist bei den Oldtimerfreunden Meßkirch und Umgebung ein ungewöhnliches Angebot aus Wurmlingen eingegangen. Ein älterer Privatmann und sein Sohn boten dem Verein das Fahrgestell ihres Veritas-Rennwagens vom Typ RS zum Kauf an.

Am vergangenen Samstag ging der Kauf tatsächlich über die Bühne. Egon Pfeifer, der Vorsitzende der Oldtimerfreunde, und Mitglied Fritz Kummerer, der selbst stolzer Besitzer eines fahrtüchtigen, restaurierten Sechszylinder „Veritas-Skorpion“, Baujahr 1950, ist, machten sich am Samstagvormittag auf den Weg nach Wurmlingen. Dort holten sie beim Eigentümer das Chassis ab und brachten es per Autotransportanhänger auf direktem Weg zum Oldtimer-Museum nach Meßkirch.

Auch der Eigentümer des Chassis und sein Sohn kamen mit ins Museum nach Meßkirch. Dort wurden sich der bisherige Eigentümer des Chassis und der Vorsitzende der Oldtimer Freunde schnell einig und besiegelten den Verkauf beziehungsweise Kauf. Zum Kaufpreis des Museumsstücks wollten beide Seiten keine Angaben machen. Vorsitzender Pfeifer ließ allerdings wissen, dass der Kaufpreis für den Verein bezahlbar war. Auch der ehemalige Eigentümer zeigte sich zufrieden und freute sich, dass nach drei Vorbesitzern und unterschiedlichen Standorten in den letzten 66 Jahren, das Chassis an seinen Herstellungsort zurückkehrt und als Museumstück einen Ehrenplatz im Meßkircher Oldtimer Museum erhält.

Das Chassis und weitere 23 Exemplare wurden laut Kummerer zwischen 1947 und 1950 in Meßkirch von dem Autoschlosser Ernst Loof gebaut, der in den 30er-Jahren als Rennleiter bei BMW war und bis zum Krieg sehr erfolgreich den Einsatz des Automobil-Rennteams leitete. Nach dem Krieg schloss sich Loof mit weiteren Rennfahrern, unter anderem „Schorsch“ Meier, zusammen und gründete die „Veritas-Arbeitsgemeinschaft für Sport- und Rennwagenbau“.

Wirtschaftlich stand die Firma immer auf höchst wackligen Beinen. So wechselten von 1947 bis 1953 mehrmals die Firmen, in denen Veritas-Automobile gebaut wurden. Dies lag nicht zuletzt an den hohen Preisen. Denn für die handgearbeiteten Sport- und Rennwagen, von denen jeder ein Unikat war, musste man im Jahr 1949 schon 20 000 Mark bezahlen.

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