Narren machen Baustelle zum Thema

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„ ... drum baut der Hirsche neue Tank“. Die Baugrube hat Patrick Kirchner wohl zum diesjährigen Narrenmotto inspiriert.
„ ... drum baut der Hirsche neue Tank“. Die Baugrube hat Patrick Kirchner wohl zum diesjährigen Narrenmotto inspiriert. (Foto: Walter Sautter)
Walter Sautter

An Dreikönig hat die Narrenzunft Wurmlingen die Fünfte Jahreszeit eröffnet. Sie proklamierte in der „Traube“ ihr geradezu „Freibier verdächtiges“ Motto, in dem sie die enge Verbindung zwischen den Narren und einem weithin bekannten Produkt aus Wurmlingen quasi zementiert. Und sie veröffentlichte ihren Narrenfahrplan.

„D’ Hopfensau isch dr Narrentrank, drum baut der Hirsche neue Tank“, hatte Ortsring-Vorsitzender Patrick Kirchner angesichts der Baustelle zur Erweiterung der Hirschbrauerei gereimt. Mit seinem Zweizeiler hatte er den Organisationsausschuss der Wurmlinger Fasnet bereits vor einigen Wochen überzeugt – einstimmig. Jetzt stehe eigentlich eine Ordensverleihung an, hieß es in der Narrenversammlung ganz im Ernst, denn Kirchner garantiert schon seit zig Jahren für ein griffiges Motto – bisher unprämiert.

Saison verlangt viel Kondition

Eigentlich müssten die „professionellen“ Narren jetzt mit einem Konditionstraining beginnen, denn die Saison ist lang. Nicht etwa, weil es 2025 wieder nach Wetzikon in die Schweiz gehen soll. Das war eher eine unbestätigte Meldung und „am Rande“ notiert. Sondern weil es noch im Januar losgeht und sich die Fasnet bis in den März hinzieht. Und nicht alles sind Heimspiele. Die ersten drei Ereignisse im närrischen Kalender finden „auswärts“ statt. Und einmal, am Samstag, 1. März, geht ein Auswärts-Gastspiel im anderen, dem Rottenburger Wurmlingen nahtlos in einen Heimauftritt beim eigenen Kappenabend im Narrenschopf an der Daimlerstraße über. „Da ist keine freie Sekunde dazwischen“, hieß es am Zunftrats-Tisch.

Und Wünsche kamen aus dieser Ecke auch: „A volle Halle, a Super-Stimmung und a große Schar Hästräger beim Einspringen“, wird für den Heimauftakt am Samstag, 9. Februar, angestrebt. Denn da steigt in der Schlosshalle der eigene Zunftball mit einer ganzen Reihe an Gastvereinen und Gastzünften. Unter anderem gastiert der Wurmlinger Fanfarenzug und traditionell ist die Narrenzunft Spaichingen mit ihrer Junggarde und Hästrägern dabei. Dazu kommen noch Narren aus Leibertingen, Talheim und Seitingen-Oberflacht sowie die „Funky-Diamonds“. Und richtig offiziell dabei sind jetzt auch die „Schälleweiber“ „jeglichen Alters und Figur“ der Narrenzunft. Diese haben vor drei Jahren die im Archiv eingemotteten einstigen „Kleidle“ der Altgarde wiederentdeckt und wollen jetzt damit an alte Zeiten erinnern.

Der Schmotzige im Ort

Ein anstrengender und ausgefüllter Tag wird auch der 28. Februar: Am Schmotzige Donnschdig steht vormittags der Besuch in den Kindergärten an, danach folgt die Schulbefreiung und zuletzt ist die Einkehr im Rathaus geplant. Und damit keiner der Hästräger dabei verschütt’ geht: Der dritte Kindergarten sei erst in der Planung, da brauche noch keiner hinlaufen, hieß es vorsorglich, weil Fasnet so eine Veranstaltung sei, bei der nicht nur Mineralwasser getrunken werde. Der krönende Abschluss des Schmotzige: Abends geht es zusätzlich im Hemdglonker-Umzug durchs Dorf.

„Das liegt uns sehr am Herzen“, hieß es in Sachen Kärrelerennen. Weil es „in der Region einzigartig“ sei. Es ist am Freitag, 1. März, in der Daimlerstraße und geht zum dritten Mal als Sponsorenlauf „für einen guten Zweck“ über die Bühne. Für die närrischen Starter geht es dabei auch um den Gedächtnispokal zur Erinnerung an den verstorbenen Vizezunftmeister Jürgen Benk.

Am Fasnetsmendig ist der Treffpunkt fast noch zu nachtschlafender Zeit um sieben Uhr. Am späten Vormittag ist Zunftmeisterempfang und am Nachmittag ist dann der sagenhafte Mendig-Umzug mit Gruppen, Cliquen und Zünften – und vielen Gästen aus der ganzen Region.

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