Nachbarschaftshilfe auf Wachstumskurs

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 Die Nachbarschaftshilfe Wurmlingen konnte kontinuierlich die Zahl der Einsatzstunden steigern.
Die Nachbarschaftshilfe Wurmlingen konnte kontinuierlich die Zahl der Einsatzstunden steigern. (Foto: Roland Rasemann, dpa)
Walter Sautter

Die 2012 gegründete Nachbarschaftshilfe – Bürger für Bürger – Wurmlingen ist noch immer auf Wachstumskurs: „Wir haben ein Plus an Einsätzen und an Einsatzstunden“, bilanzierte der Verein in der Hauptversammlung am Freitagabend in der „Traube“ in Wurmlingen. Vorgelegt hatte sie Bürgermeister Klaus Schellenberg in seiner Funktion als Vorsitzender.

Nach rund 5000 Stunden im Jahr 2016 und knapp 6000 im Jahr 2017 wurden diese im vergangenen Jahr auf rund 6500 Stunden gesteigert. Nicht inbegriffen sind dabei die Stunden des Kleiderbörsen-Teams. Dieses leiste einen wichtigen Beitrag zur Konsolidierung der Finanzen, lobt Schellenberg.

Er war überzeugt, dass die Hilfsangebote greifen. Zudem habe die Nachbarschaftshilfe eine hohe Akzeptanz in der Bürgerschaft und sei in der Gemeinde fest verankert. Dies zeige sich inzwischen auch am Spendenaufkommen.

Decke der Tiefgarage der Anlage „Wohnen beim Schloss“ betoniert

Zu den ganz aktuellen Themen zählte er die weitere Aufbauarbeit einschließlich der Werbung von Mitgliedern sowie die Suche nach Helfern. Da die Nachbarschaftshilfe auch in die Seniorenplanung – Stichwort „Wohnen beim Schloss“ – einbezogen wird, stünden die Angebote zur weiteren Qualifizierung der Mitarbeiter an.

Dafür bleibe gerade noch rund ein Jahr an Zeit, denn inzwischen sei die Decke der Tiefgarage der Anlage betoniert. „Alle machen eine hervorragende Arbeit“, lobte Schellenberg. Zu kämpfen hatte er indes auch mit der Zunahme an Bürokratie.

Die Palette reicht von Tätigkeitsberichten, Antragstellungen und Qualifikationsnachweisen bis hin zu Diskussionen über Beiträge der Helfer zur Berufsgenossenschaft. In diesen Anforderungen spiegle sich die Bedeutung des Ehrenamts nicht wider.

Aus ihrer Praxis informierten die Leiterinnen des Pflegedienstes, Daniela Wucherer und Regina Zepf. Es sei „beachtlich“, was die „sehr, sehr zuverlässigen und fleißigen Helferinnen und Helfer“ leisteten. Seit Anfang des Jahres seien inzwischen schon mehr als 1700 Stunden erbracht worden bei rund 55 Kunden. Momentan seien zwar 129 Helfer eingetragen.

Davon seien 25 bis 30 „tatsächlich im Einsatz“. So gebe es immer wieder Wartelisten, weil vor allem die Anzahl der Haushaltshilfen noch gesteigert werden müsste, so Wucherer.

Vor allem auf die Ferienbetreuung – im Angebot seit 2013 – ging Zepf ein. Im vergangenen Jahr seien dabei rund 900 Stunden angefallen und bei mehr als 20 Kindern sei diese Aufgabe durchaus „eine Herausforderung“. Für die gerade begonnenen Osterferien lagen 16 Anmeldungen vor.

Angebote für Senioren noch stärker verzahnen

Für den verhinderten Kassier Alois Schöndienst legte er auch die finanzielle Bilanz vor. Mit dem Überschuss aus dem Zweckbetrieb konnte die Unterdeckung des ideellen Bereichs ausgeglichen werden. Außerdem gelang es, rund 6600 Euro den Rücklagen zuzuführen.

Abschließend ging er auf das Projekt „Eine Gemeinde sorgt vor – Quartier 2020“ ein. Damit sollen die Angebote für Senioren in der Gemeinde noch stärker miteinander verzahnt und vernetzt werden und ein „kleiner Pflegestützpunkt auf dörflicher Ebene“ aufgebaut werden.

Damit könne die „Eigenständigkeit der Menschen im Alter“ gefördert werden – das ist die Intention geförderten Projekts, das vom Land gefördert wird.

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