Mit dem Schäferwagen durch Deutschland

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 Ende Mai geht es los: Harald Schmid fährt von der Lüneburger Heide entlang der Grenzen nach Wurmlingen.
Ende Mai geht es los: Harald Schmid fährt von der Lüneburger Heide entlang der Grenzen nach Wurmlingen. (Foto: Schmid)

Nach seiner ersten Tour durch Deutschland im vergangenen Jahr (wir berichteten) macht sich Harald Schmid aus Wurmlingen mit seinem Schäferwagen erneut auf den Weg. Ende Mai soll es losgehen. Die etwa 2500 Kilometer lange Rundreise wird wohl nicht seine letzte bleiben.

Schmid will weitestgehend die Außengrenzen der Bundesrepublik abfahren. „Dies war immer das Ziel und der Sinn dieser Tour“, sagt er. Bestärkt durch die positiven Erfahrungen und Begegnungen mit Menschen während seiner ersten Reise bis in die Lüneburger Heide hat er die Pläne für die zweite Fahrt bereits geschmiedet.

„Ich habe die Tour schon komplett vor Augen“, erzählt Schmid voller Vorfreude. Ohne Navi, nur mit der Landkarte „und mit nach dem Weg fragen“ reist er durch Deutschland. Sein Schäferwagen steht momentan in einem Schuppen eines Bauernhofs in der Lüneburger Heide.

Von dort startet der 66-Jährige an der Elbe entlang bis Glückstadt (Schleswig Holstein), dann an die dänische Grenze zur Ostsee, weiter bis an die polnische Grenze. An der Mecklenburgischen Seenplatte will Schmid einige Zeit bleiben. Vielleicht zehn oder 14 Tage, je nach Lust und Laune. Entlang der tschechischen Grenze und der sächsischen Schweiz führt ihn sein Weg schließlich wieder zurück nach Wurmlingen.

Neben seinem Schäferwagen hat Schmid einen Roller dabei, mit dem er vor Ort Tagesausflüge unternimmt. Er könnte sich vorstellen, ein paar Tage auf Usedom zu verbringen oder auf Rügen. „Die Orte will ich dann mit dem Roller erkunden“, plant Schmid. Für die zweite Etappe seiner Deutschland-Tour möchte Schmid sich von Mai bis Oktober Zeit nehmen.

Zeit – das hatte Schmid, der mittlerweile sein Versicherungs-Büro in Wurmlingen an einen jüngeren Nachfolger abgegeben hat, in seinem Berufsleben kaum. „Es war immer eine Terminhetzerei“, sagt er rückblickend. Umso mehr genießt er jetzt die Zeit an verschiedenen Orten in Deutschland. Seine Touren sind „zum Entschleunigen megastark“. Schnell geht sowieso nichts. Sein Schäferwagen fährt lediglich bis zu 22 Kilometer pro Stunde.

Und genau das sei das Schöne an der Sache, meint Schmid. Er könne sich auf seiner Tour so viel Zeit lassen, wie er möchte. „Keine Sekunde“ sei er einsam, auch wenn er alleine unterwegs ist, bekräftigt er und schwärmt von den vielen netten Begegnungen und Gesprächen mit Fremden sowie der großen Hilfsbereitschaft auf seiner ersten Tour. Außerdem „wollte ich mal etwas für mich alleine machen“.

Der Gedanke, einmal mit einem Schäferwagen eine Deutschlandtour zu unternehmen, treibe ihn schon seit zehn Jahren um, berichtet Schmid. Vier oder fünf Jahre, bevor er in Rente gegangen ist, seien die Überlegungen konkreter geworden. „Aufgrund meines Jobs bin ich viel herumgekommen“, sagt Schmid. Tolle Orte habe er gesehen, diese wollte er sich nun genauer anschauen. Im Jahr 2012 begann er mit den Planungen für seine Deutschlandtour in drei Etappen. Eine Schreinerei in Deißlingen, die normalerweise Wochenendhäuser und Verkaufswagen herstellt, baute extra für ihn einen Schäferwagen. Lieferzeit: zwei Jahre.

Die dritte Etappe seiner Deutschlandtour ist auch schon geplant. Im Jahr 2020 will der Wurmlinger Bayern und einen Teil Baden-Württembergs erkunden.

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