Interessenten wollen Standort erhalten

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Zwei konkrete Übernahmeangebote für insolvente Staufen GmbH in Wurmlingen liegen vor.

Noch Anfang Februar hat es zwölf Interessenten für die insolvente Staufen GmbH in Wurmlingen gegeben. Nun wird es konkreter: „Für die Übernahme von Staufen liegen zwei konkrete Angebote vor“, sagt der vorläufige Insolvenzverwalter Florian Götz auf Nachfrage unserer Zeitung. Bis Ende April soll aus einem Angebot ein Übernahmevertrag für den Wurmlinger Papierverarbeiter werden.

„Beide Angebote sehen einen Standorterhalt vor“, berichtet der Rechtsanwalt aus Villingen-Schwenningen. „In welchem Umfang, das muss noch offen gelegt werden“, ergänzt Staufen-Geschäftsführer Matthias Wochner im Gespräch mit unserer Zeitung. Bezüglich der Mitarbeiter hätten sich die Interessenten noch nicht im Detail geäußert. Aber es hätten schon Gespräche mit einzelnen Führungskräften stattgefunden, um unter anderem herauszufinden, wie eine Zusammenarbeit funktionieren könnte.

Die Interessenten kommen laut Götz aus Europa, stammen aus der Papierbranche und sind schon mehrfach vor Ort gewesen, um sich einen Überblick über die Staufen GmbH zu verschaffen. Wochner sieht es als Vorteil, dass die Interessenten aus der Branche kommen: „Sie wissen, wovon sie reden. Vorteilhaft ist, dass beide einen klaren Blick auf den Markt haben.“ Beide Angebote gehen in eine ähnliche Richtung. Götz sagt: „Die Angebote liegen nah beieinander, auch was das Volumina angeht.“ Nun müsse verhandelt werden, wie schnell die Übernahme über die Bühne gehen soll und welche Pläne die Interessenten für die insolvente Firma haben. Wochner glaubt, dass der Kaufpreis aus finanzieller Sicht eine wichtige Rolle spiele, und die zweite Komponente seien der Standorterhalt mit den Mitarbeitern. Letztlich trifft aber ein Gläubigerausschuss die Entscheidung, wer von den beiden Interessenten den Zuschlag bekommt.

Großaufträge für Schulanfang

Der 1. Mai wird laut Wochner als mögliches Datum angepeilt, „den Deal abzuschließen“. „Es ist ein spannender Prozess“, sagt er. Er sei überrascht, wie zügig es mit der Investorensuche voran gehe. Schließlich hat das Unternehmen im Januar diesen Jahres erneut Insolvenz angemeldet, das erste Mal im Dezember 2013. Götz und Wochner machen unter anderem den stark umkämpften Markt dafür verantwortlich.

Die Stimmung unter den Mitarbeitern bezeichnet Wochner als „abwartend positiv“. Bei regelmäßigen Betriebsversammlungen würden sie über den aktuellen Stand informiert. Bis endgültig ein Übernahmevertrag mit einem der beiden Interessenten abgeschlossen ist, läuft die Produktion in der Staufen GmbH in Wurmlingen weiter. Wochner berichtet, dass das Unternehmen wichtige Großaufträge für den Schulanfang erhalten habe und in Kürze die Vorproduktion von Heften und Blöcken für den Schulstart beginne.

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