„Interesse an Musikschule hält an“

Lesedauer: 5 Min
 Seit 1. September wird nicht nur der Unterricht an der Musikschule gefördert, sondern auch der Musikunterrricht privater Anbiet
Seit 1. September wird nicht nur der Unterricht an der Musikschule gefördert, sondern auch der Musikunterrricht privater Anbieter. (Foto: dpa)
Schwäbische Zeitung

Gemäß den neuen Förderrichtlinien für den Musikunterricht in fünf Gemeinden des Landkreises wird seit 1. September nicht mehr nur der Unterricht an der Musikschule Tuttlingen, sondern auch der Musikunterricht privater Anbieter vor Ort gefördert. Redakteurin Sabine Krauss hat sich mit Wurmlingens Bürgermeister Klaus Schellenberg darüber unterhalten, wie das neue Konzept in Wurmlingen angelaufen ist.

Herr Schellenberg, wie viele Institutionen kommen in Wurmlingen nun in den Genuss der neuen Förderung?

Wir haben mit acht Wurmlinger Kooperationspartnern, etwa Vereine wie der Harmonikaverein oder private Musikschulen und -lehrer, Kooperationsverträge geschlossen. Wichtig war uns, dass bestimmte Qualitätskriterien eingehalten wurden – und, dass der erteilte Musikunterricht mindestens ein halbes Jahr lang und damit nachhaltig dauert. Oder auch, dass der Kooperationspartner regulär seine Steuern und Sozialabgaben abführt.

Haben Sie auch Bewerber abgelehnt?

Nein, das haben wir nicht. Alle Kooperationspartner bringen sich schon seit vielen Jahren im Bereich musikalische Ausbildung in unserer Gemeinde ein.

Wie hoch ist pro Schüler die finanzielle Unterstützung durch die Gemeinde?

In der Sekundarstufe pro Kopf monatlich zwölf Euro, in der Elementarstufe fünf Euro. Dabei gehen wir ganz einfach und unbürokratisch vor: Die Kooperationspartner reichen uns ihre Schülerlisten ein. In Abstimmung mit den Eltern, wohin das Geld überwiesen werden soll, zahlen wir dann alle zwei Monate den Zuschuss aus.

Gab es von Elternseite Beschwerden, dass der Musikschulunterricht nicht mehr mit 19 Euro pro Kind, sondern nur noch mit 12 Euro gefördert wird?

Nein, es gab keine Beschwerden. Die neuen Förderrichtlinien wurden akzeptiert.

Ergeben sich für die Gemeinde Wurmlingen Mehrkosten?

Nein, wir haben die bisherigen Schülerzahlen erhoben und den bisherigen Haushaltsansatz von jährlich 28000 Euro im Sekundarbereich auf die größere Schülerzahl umgelegt. Die neuen Förderrichtlinien haben wir auf einer Schülerzahlerhebung vom November 2017 aufgebaut. Bei der Musikschule waren 163 angemeldet und privat wurden weitere 31 Schüler unterrichtet.

Bis zum Musikschul-Ausstieg war Wurmlingen die größte Zweigstelle der Musikschule Tuttlingen. Gab es nun Veränderungen bei den Zahlen derer, die sich von der Musikschule Tuttlingen unterrichten lassen?

Bisher gab es keine großen Veränderungen bei den Schülerzahlen. Die aktuellen Listen habe ich allerdings noch nicht vorliegen, aber laut Aussage der Musikschule Tuttlingen befinden sich die An- und Abmeldungen im üblichen Rahmen. Im vergangenen Jahr gab es rund 120 Schüler im Sekundarbereich und rund 40 im Elementarbereich. Wie sich das in Zukunft entwickelt, wird sich zeigen, da die künftigen Schüler nun ja gleichberechtigte Alternativen vor Ort haben.

Gibt es dennoch weiterhin Unterricht durch die Musikschule Tuttlingen vor Ort in Wurmlingen?

Ja. Wir stellen der Musikschule kostenlos Räume zur Verfügung – etwa in der Vogtey, im Musikerheim und in der Konzenbergschule. In Wurmlingen war es in der Vergangenheit so, dass etwa die Hälfte der Musikschul-Schüler Unterricht in Tuttlingen nahm und die andere Hälfte sich vor Ort in Wurmlingen unterrichten ließ. Bei letzterem müssen die Eltern für die Fahrtkosten des Lehrers nun aber noch fünf Euro monatlich zahlen.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen