Ein Nichtfußballer wird Fußballtrainer mit Lizenz

Lesedauer: 4 Min
Ist jetzt Trainer mit Lizenz: Michael Weidler vom SV Wurmlingen.
Ist jetzt Trainer mit Lizenz: Michael Weidler vom SV Wurmlingen. (Foto: SV Wurmllingen)
rosp

Selbst nie Fußball gespielt, als Trainer aber bereits seit vergangenem Jahr Besitzer der C-Lizenz: Michael Weidler ist seit mehreren Jahren Jugendtrainer und beim Sportverein Wurmlingen Trainer der E-Jugend. Engagement wie dieses wird auch in Zukunft im Amateursport nötig sein, um die Jugendarbeit in Vereinen aufrecht zu erhalten.

Als der Verein Übungsleiter für den Jugendbereich suchte, nahm Weidler die neue Herausforderung an. „Ich wollte aber auch verstehen, was ich da erzähle, da ich selbst nie gekickt habe“, nennt er den Grund für die Ausbildung.

Im Anschluss an die ersten Fortbildungen beim Württembergischen Fußballverband über kindergerechtes Training auf dem Feld und in der Halle absolvierte er mit dem Basislehrgang den ersten Schritt zum C-Schein. Dieser fand an zwei Wochenenden in der Region statt und bezog sich auf das Training mit den Bambini und den F-Jugendlichen. „Das half schon sehr im Training.“

Nach seinem Wechsel in die F-Jugend sollte die nächste Qualifizierungsstufe erreicht werden. „Der Kurs Teamleiter fand in Dotternhausen statt, war auf die E-Jugend und die D-Jugend spezialisiert und wieder auf zwei Wochenenden aufgeteilt. Hier rutschte ich in das Pilotprojekt des DFB, den „Edubreak-Campus. Man lernt hier völlig neue Methoden kennen“, so Weidler über die Möglichkeiten der Video-Lernplattform.

Im weiteren Verlauf erfolgte ein viertägiger Lehrgang im Sporthotel Wangen, wo der SVW-Coach den „Teamleiter Jugend“ (C-, B-, A-Jugend), eine Lizenzvorstufe, erfolgreich absolvierte. Die Prüfung stand noch aus. „Das hieß: Theorieprüfung in Tuttlingen, Soforthilfsmaßnahmen bei Sportverletzungen, Regelkunde und Haftung und Ausschluss. Danach hatte Weidler drei Wochen Zeit, die praktische Prüfung mit seiner Jugend zu filmen und sie im Campus vom Lehrgangsleiter und drei Prüfern des DFB bewerten zu lassen.

Die Urkunde über den erfolgreichen Erwerb der Lizenz konnte er am nächsten Tag in Empfang nehmen. „Im Rückblick war es einfach toll, da man auf den Kursen andere Trainer kennenlernt, die entweder – wie ich – nicht aus dem Fußball kommen oder ehemalige Spieler sind, die ins Traineramt einsteigen.“

Die Entwicklung bei den Fortbildungsmöglichkeiten sieht Weidler positiv: „Dadurch, dass man die Ausbildung dezentral machen kann und nicht zwei Wochen in die Sportschule nach Ruit muss, kann man es leichter mit dem Berufsalltag verbinden. Ich habe den C-Schein in einem zeitlichen Rahmen von zwei Jahren gemacht. Es geht aber auch sehr gut in vier bis fünf Monaten, da man in der Zwischenzeit überall im WFV die Kurse belegen kann.“

Meist gelesen in der Umgebung

Die Kommentarfunktion ist für Sie aktuell gesperrt. Bitte wenden Sie sich an unseren Kundenservice für weitere Infos.
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen

Mehr Themen

Leser lesen gerade