Daueraufgabe bei der Integration: Arbeitsplätze finden

Lesedauer: 4 Min
Viele Flüchtlinge, die in Wurmlingen leben, besuchen derzeit einen Sprachkurs.
Viele Flüchtlinge, die in Wurmlingen leben, besuchen derzeit einen Sprachkurs. (Foto: Symbol: Patrick Lux, dpa)
Walter Sautter

Seit Dezember 2017 ist Siegbert Fetzer als Integrationsmanager in den Gemeinden Wurmlingen, Seitingen-Oberflacht, Rietheim-Weilheim und Dürbheim beschäftigt. Die Bezuschussung durch das Land Baden-Württemberg war über den „Pakt für Integration“ zunächst auf zwei Jahre befristet.

Das Land Baden-Württemberg gibt jetzt die Möglichkeit, die Integrationsarbeit „auf Antrag“ um ein weiteres Jahr zu verlängern. Da die Rückmeldungen der beteiligten Nachbargemeinden pro Verlängerung formuliert sind, beauftragte auch in Wurmlingen der Gemeinderat die Verwaltung, diese zu beantragen. Zumal „dieser langanhaltende Prozess (der Integrationsarbeit) auf gutem Weg ist“, sagte Bürgermeister Klaus Schellenberg in der Gemeinderatssitzung am Montagabend. Er hält „fördern und fordern“ für die richtige Strategie, denn der Weg, bis die Flüchtlinge integriert und „auf eigenen Füßen stehen“, „geht nur in kleinen Schritten“, so seine Erfahrungen.

In seinem Bericht hatte Siegbert Fetzer vor allem eine detaillierte Statistik vorgelegt. Er wies zudem darauf hin, dass der Kontakt mit den Behörden „nach wie vor viel Arbeit“ verursache. Letztlich sei das wichtigste, „dass die Flüchtlinge einen verlässlichen Ansprechpartner haben“. In den von der Gemeinde im vergangenen Herbst vom Landkreis übernommenen Containern in den „Frauenwiesen“ seien aktuell drei der insgesamt vier Wohneinheiten belegt. Das Zusammenleben „funktioniert gut“, obwohl Küche und Sanitärbereich Gemeinschaftsräume seien. Die Parteien würden sich vertragen und „Sauberkeit und sozialer Friede sind in Ordnung“, sagte er zufrieden. Insgesamt betreut der Integrationsmanager in Wurmlingen 39 Flüchtlinge im Alter zwischen einer Woche und 53 Jahren. Vier Erwachsene und ein Baby sollen noch dazukommen. Die Flüchtlinge stammen aus sechs verschiedenen Ländern. An der Spitze stehen Syrien (15) und Eritrea (elf). Jeweils etwa die Hälfte der Betreuten sind Muslime oder vorwiegend orthodoxe Christen.

Fetzer legte auch die Aktivitäten der Erwachsenen vor. Drei von ihnen – davon zwei Familienväter – sind bereits Vollzeitarbeitende und damit finanziell autark. Drei weitere Flüchtlinge sind in Ausbildung und „eine Person studiert“, hob er besonders hervor. Die übrigen seien „im Sprachkurs“. Unter der Rubrik „arbeitslos, keine Lust und rumgammeln“ hatte er jedenfalls „Null“ registriert, wie er betonte. Die Integrationsarbeit laufe in Wurmlingen gut, war Fetzers generelle Einschätzung. Nicht zuletzt dank des Einsatzes von vielen ehrenamtlichen Helfern der Ini-Asyl. Sie kümmerten sich um Arzt- und Behördentermine und Nachhilfestunden für die Kinder. Außerdem knüpften sie Kontakte zu den örtlichen Vereinen.

Eine Daueraufgabe sei die Erfassung von Kompetenzen und Interessen, um einfacher und sicherer passende Arbeitsplätze zu finden.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen