Das Turnen liegt ihr im Blut

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Wenn das Personal knapp ist, macht Trainerin Beatrix Bacher (links) beim Bau von Turner-Pyramiden auch mal die Unterfrau.
Wenn das Personal knapp ist, macht Trainerin Beatrix Bacher (links) beim Bau von Turner-Pyramiden auch mal die Unterfrau. (Foto: Walter Sautter)
Walter Sautter

Ganz sicher eine Institution im Turnverein Wurmlingen ist Beatrix Bacher. Seit knapp drei Jahrzehnten kümmert sie sich dort um das Mädchenturnen. Mit zwei Trainingseinheiten in der Woche kommen bisher ganz sicher mehr als 3000 Übungseinheiten zusammen. Und inzwischen haben bei ihr die Kinder ihrer ersten Turnkinder auch schon ihre turnerische Ausbildung absolviert.

Ein Ende ihrer Ära ist eher nicht in Sicht. So lange es den Kindern bei ihr gefalle, mache sie das. „Ich finde, es macht mir auch Spaß und man bleibt selbst fit dabei“, sagt sie. „Bis zum Flic Flac“ schaffe sie die Übungen auch noch. Ab und zu müsse sie das schon den Jungen zeigen, wenn Zweifel an der sportlichen Fitness der „Trainermutter“ aufkommen. Aber „gegenüber früher“ sei das doch „nimmer viel, schränkt sie ein.

Ihre Brüder seien Turner gewesen. Daher habe sie sich bereits in jungen Jahren in ihrer Heimatstadt Spaichingen für das Geräteturnen als Sportart entschieden. „Weil ich gut war“, erinnert sie sich und Wurmlingen damals eine Turner-Hochburg war, habe sie sich dem TV Wurmlingen angeschlossen und bis 1980 aktiv geturnt. Ihre Lieblingsgeräte seien Schwebebalken und Boden gewesen. Der TV „war immer stark“, denkt die heutige Nachwuchstrainerin Bacher an damalige Erfolge bei Mannschafts-Vergleichskämpfen in Gau- und Landesliga bis hin zu württembergischen Meisterschaften zurück. Auch privat blieb sie in Wurmlingen hängen. Als ihre drei eigenen Mädchen kamen, machte sie zunächst Pause vom Turnen. Aber irgendwann sollte für ihre Kinder auch der Sport ins Blickfeld gerückt werden. Nur sei damals beim TV niemand für diese Aufgabe gefunden worden. „Dann mach ich es halt“, habe sie kurz entschlossen gedacht und so engagiert sie sich für diese schöne Aufgabe seit 1989 – ohne jede Unterbrechung. Ihre jüngste Tochter habe sie am Anfang „in den Pampers dabei gehabt“, wenn sie mit den beiden größeren beim Turnen war.

In der Gruppe von Beatrix Bacher sind die Mädchen ab der dritten Grundschulklasse. Manche bleiben bei ihr sogar bis zum Abitur. Bis eben Studium oder andere Interessen kämen. Aber die Mädchen hätten in dieser Zeit eine gute turnerische Grundausbildung erhalten – an den klassischen Geräten. Am liebsten würden sie sich allerdings am großen Trampolin austoben.

„Ansporn sind Auftritte“, weiß Trainerin Bacher aus Erfahrung. Und so startet „Bemmis Mädchenriege“ bei allen Festen im Dorf.

Das ehrenamtliche Engagement von Beatrix Bacher beschränkt sich nicht nur auf das Turnen: Sie ist auch noch Mitglied des Gemeinderats und beim Obst- und Gartenbau als stellvertretende Vorsitzende eingespannt. Dazu kommen zwei weniger intensive Ämter: Kassenprüferin bei der Narrenzunft und bei der Nachbarschaftshilfe.

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