Bezaubernder Ausklang der Weihnachtszeit

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Bezaubernder Ausklang der Weihnachtszeit
Bezaubernder Ausklang der Weihnachtszeit (Foto: Juergen Sum)
Siegfried Burger

Alljährlich am Dreikönigstag veranstaltet der Tuttlinger Chor 5 sein Weihnachtskonzert in der St. Gallus-Kirche Wurmlingen. Immer ist dazu die Kirche randvoll mit Zuhörern besetzt. Wiederum meinte man am Ende, es sei das schönste Weihnachtskonzert des Chores gewesen. Diese Schönheit des Chorklangs, diese Differenziertheit der Dynamik und Vollkommenheit der Intonation ist einfach hinreißend. Großes Lob dem Dirigenten, Chorerzieher und Planer des Konzertes Stefan Matt.

Die Motetten der Romantik von Mendelssohn, Herzogenberg, Kiel und die italienische Barockmusik von Perti und Viadana waren schon eine wunderbare Einstimmung in das musikalische Weihnachtsgeschehen.

Nun ging Angela Glaenz, Frau des ersten Tenors Tobias Glaenz, auf die Empore und erfreute mit einer wunderschönen Improvisation auf der Orgel das Publikum. Aus der Tiefe ließ sie die Töne zum Himmel steigen, dann kam, wie ein Schwingen der Engel, das Lied „O Heiland, reiß die Himmel auf“ dazu, und wundersam dann „Vom Himmel hoch, da komm ich her“ sowie feierlich „In dulci jubilo“.

Doch welche Überraschung, da setzten sich die Instrumentalisten Atanaska Seeger und Franka Metzger, Violine, Otto Thies, Violoncello, Rainer Sum, Kontrabass, rechts vom Chor vor ihre Notenpulte und Angela Glaenz, Keyboard mit Cembalo-Register, links vom Chor.

Nun wurde man verzaubert durch Musik des frühbarocken, norddeutschen Meisters Andreas Hammerschmidt. Mit „Freude, Freude, große Freude“ begann das gemeinsame Musizieren. Besonders erlebnisreich hatte Hammerschmidt sich „Ihr lieben Hirten, fürchtet euch nicht“ ausgedacht. Stefan Matt ließ alle Soprane, die wie eine einzige Stimme klangen, immer wieder „Fürchtet euch nicht“ in der Höhe singen und all die andern Musizierenden das Erleben der Hirten musikalisch darstellen. Ein festliches Musizieren war auch das Geistliche Konzert „Also hat Gott die Welt geliebet“ vom gleichen Komponisten. Mit Instrumentalvorspiel und frisch gesungenem „Fröhlich soll mein Herze springen“ endete der zweite Programmteil.

Doch die Heiterkeit ging mit glänzenden Orgelimprovisationen der Angela Glaenz weiter und der Chor sang dazwischen das blitzfröhliche altfranzösische Lied „Il est né le divin enfant“ und das englische „Ding! Dong! Merrily on high“. Das Konzert endete mit „Was tönt so wundersamer Klang“ von R. Lassel. Welch passender Text zu so wundersamem Erleben.

Nach kaum endendem Beifall sang der Chor bei abgedunkeltem Kirchenraum und leuchtenden Kerzen am Christbaum als Zugabe noch „Stille Nacht, Heilige Nacht“.

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