Im ehemaligen Kesselhaus des Museums nehmen die Besucher aufmerksam an der Vernissage der Ausstellung „Zeit, Freiheit, Kontroll
Im ehemaligen Kesselhaus des Museums nehmen die Besucher aufmerksam an der Vernissage der Ausstellung „Zeit, Freiheit, Kontrolle“ teil. (Foto: Bombardi)

Mit der Ausstellung „Zeit, Freiheit, Kontrolle“ beginnt in Schwenningen eine neue Ära. In der Konzentration von Städtischer Galerie, Heimat- und Uhrenmuseum bereichert sie die kulturelle und kulturhistorische Ebene der Gesamtstadt in nachhaltiger Weise. Im ehemaligen Kesselhaus des Uhrenindustriemuseums bezeichnete Oberbürgermeister Jürgen Roth die Umsetzung des Projekts als einen Gewinn für alle.

In den Genuss, das kulturelle Erlebnis im Kontext mit Musik auf hohem Niveau zu erleben, kamen rund 100 Gäste. Sie hörten die Musik des Quarteto Klarisma, das in der Besetzung Nadia Sofokleus, Joachim Ulbrich, Kwame Cole und Kilian Schwarz auftrat.

Die Ausstellung zu Ehren des 200. Geburtstags des weltberühmten Schwenninger Uhrenfabrikanten Johannes Bürk skizziert entlang einer über einer 150-jährigen Zeitspanne die Geschichte der Kontrolluhren, ihre Wirkung auf Ruhe und Beschleunigung in der Arbeit, im Alltag und der Kommunikation.

Ralf Ketterer vom Amt für Kultur bezeichnete die Ausstellung als ein Experiment, das den gesellschaftlichen und individuellen Umgang mit der Zeit und das sich daraus ergebende Selbstmanagement im Laufe der Jahrzehnte visualisiert. „Johannes Bürk legte durch sein Wirken den Grundstein zur erfolgreichen Entwicklung Schwenningens zur weltbekannten Uhrenstadt“, bezeichnete er den 200. Geburtstag als idealen Zeitpunkt für eine derartige Ausstellung.

Museumsleiter Michael Hütt skizzierte auf Basis der Geschichte vom armen Fischer und erfolgreichen Unternehmer ein Paradoxon, in dem Anfang und Ende nur oberflächlich betrachtet gleich zu sein scheinen. Sie hinterfragt den Aufwand, den es benötigt, immer mehr Fische zu fangen, wenn es keinen Bedarf dafür gibt. Übertragen auf den Unternehmer stellt sich die Frage nach immer höheren Produktionszahlen, wenn der Absatz hierfür nicht da ist. „Ist die dank technologischem Fortschritt eingesparte Zeit wirklich eine Ersparnis oder wird sie durch steigende Aufgaben sofort aufgefressen?“ Mehrere Veranstaltungen runden die Vielfalt der Ausstellung im Uhrenindustriemuseum ab, die bis zum 1. März 2020 zu sehen ist.

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