Christof Kreutzer möchte, dass in Schwenningen in der kommenden Saison nicht der Abstieg, sondern die Play-offs das Thema sind.
Christof Kreutzer möchte, dass in Schwenningen in der kommenden Saison nicht der Abstieg, sondern die Play-offs das Thema sind. (Foto: Heinz Wittmann)
Schwäbische Zeitung

Christof Kreutzer wird neuer Sportmanager bei den in der Deutschen Eishockey-Liga spielenden Wild Wings. Er war jetzt in Schwenningen. Unser Mitarbeiter Heinz Wittmann unterhielt sich mit dem 52-Jährigen, der aktuell noch Trainer in Bad Nauheim ist.

Hallo Herr Kreutzer, Sie übernehmen am 1. Mai das Amt des Sportmanagers bei den Wild Wings und haben einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Sie waren zu Gesprächen mit den Wild-Wings-Entscheidungsträgern in Schwenningen. Um was ging es?

Um die Zukunft der Wild Wings. Und da will ich mich mit Trainer Niklas Sundblad und Geschäftsführer Christoph Sandner eng abstimmen. Auch der jetzige Sportmanager Jürgen Rumrich ist mit involviert.

Wie soll die Zukunft der Wild Wings denn aussehen?

Die Wild Wings sollten künftig nichts mit dem Ende der Tabelle zu tun haben.

Das taten sie seit der Rückkehr in die DEL bis auf eine Saison aber immer. Was muss geändert werden?

Nun, ganz wichtig ist die Kaderzusammenstellung für die kommende Saison. Es wird wieder Auf- und Abstieg geben. Damit wird der eine oder andere DEL-Klub Probleme bekommen. Das soll aber nicht das Thema der Wild Wings sein, wir wollen in die Play-offs.

Tja, das wollten die Wild Wings immer, geklappt hat es aber nur einmal mit den Pre-Play-offs...

Bei der Kaderzusammenstellung gibt es extrem viele Dinge zu beachten. Es ist wichtig, dass wir uns sehr gut abstimmen. Wie passen die Spieler zusammen? Ist die Tiefe ausreichend? Das sind zwei ganz wichtige Aspekte. Und natürlich muss alles in das finanzielle Budget passen. Schwenningen ist hier nicht der Klub mit den größten Möglichkeiten.

Mannschaften mit ähnlichem oder sogar geringerem Etat wie Bremerhaven, Augsburg oder Straubing, schaffen immer wieder auch mal den Sprung nach oben in der Tabelle. Könnte Bremerhaven mit seinen vielen Deutschkanadiern nicht ein Vorbild für Schwenningen sein?

Also Bremerhaven wird, solange ich da bin, ganz bestimmt nie ein Vorbild für Schwenningen sein.

Ihnen würde also der „Schwenninger Weg“, von dem zuletzt aber etwas abgegangen wurde und bei dem junge deutsche Spieler gefördert werden, eher behagen?

Ja. Wobei, warum soll nicht auch der ein oder andere Deutschkanadier in der Mannschaft sein?! Aber es macht aus meiner Sicht durchaus Sinn, deutschen Spielern, die es beispielsweise in Mannheim nicht schaffen, dann eher den Vorrang zu geben. Entscheidend ist, dass die Spieler sportlich zusammenpassen und charakterlich einwandfrei sind. Wichtig ist bei der Entwicklung der jungen Spieler, dass Schwenningen auch den richtigen Kooperationspartner hat.

Sind die Wild Wings mit den Towerstars Ravensburg da nicht gut aufgestellt?

Die Wild Wings haben derzeit einen Kooperationspartner, der Meister werden will. Das ist nicht ideal, für die Förderung von jungen deutschen Spielern, die ja bei unserem Kooperationspartner Spielpraxis erhalten sollen.

Sie sind Trainer beim Zweitligisten Bad Nauheim, haben also einen guten Überblick über die DEL2. Gibt es da auch diese jungen deutschen Spieler mit Potential für die DEL?

Absolut. Wir brauchen Gewinnertypen, die hungrig sind, die das Gefühl vermitteln, jedes Spiel gewinnen und in die Play-offs zu wollen.

Trainer Niklas Sundblad hat schon gesagt, dass es keinen ganz großen personellen Umbruch mit 15 oder 16 neuen Spielern geben wird. Ist dieser Umbruch aber nicht eigentlich nötig?

Alles komplett auszutauschen, macht keinen Sinn. Wir müssen erkennen, welches Potential in den Spielern steckt. Und da gilt es, junge Spieler weiterzuentwickeln.

Die wichtigste Position im Eishockey ist der Torwart. Dustin Strahlmeier gehört zu den Leistungs- und Sympathieträgern der Wild Wings. Wollen Sie mit ihm weitermachen, oder vielleicht doch einen ausländischen Torwart holen?

Am liebsten würde ich mit zwei deutschen Torhütern planen. Ob da Dustin Strahlmeier dabei ist, wird man sehen. Es ist ja auch die Frage, ob er überhaupt in Schwenningen bleiben will. Wichtig war, dass er in den letzten Wochen wieder zu seiner alten Form gefunden hat.

Es war zu hören, dass Sie möglicherweise den in der Slowakei geborenen, aber mit einem deutschen Pass ausgestatteten Stürmer Andrej Bires, der bereits 23 Saisontore erzielt hat, von Bad Nauheim mit nach Schwenningen bringen. Stimmt das?

Andrej hat sich die Chance auf die DEL definitiv verdient. Ob er nach Schwenningen kommt, wird man sehen.

Warum arbeiten Sie künftig nicht mehr als Trainer, sondern als Sportmanager?

Ich war in beiden Funktionen schon tätig und beides macht mir viel Spaß. In beiden Funktionen ist man ganz nahe am Eishockey dran.

Warum sind Sie nach Schwenningen gekommen?

Schwenningen ist eine echte Herausforderung. Ich war schon so oft als Spieler oder Trainer der Düsseldorfer EG da. Alleine das Fanpotential hier ist der Wahnsinn. Das ist eine riesige Herausforderung für mich. Ich werde alle Energie hineinstecken, um mit Schwenningen erfolgreich zu sein.

Aber jetzt haben Sie ja auch noch die Aufgabe als Trainer in Bad Nauheim. Sie belegen aktuell den fünften Tabellenplatz. Da scheint noch einiges möglich, oder?

Ja, richtig. Und da will ich wirklich alles herausholen und am liebsten noch im April in den Play-offs stehen. Freizeit werde ich in den kommenden Monaten praktisch keine haben, denn es gilt natürlich auch die Kaderplanung in Absprache mit Niklas Sundblad aber auch mit Jürgen Rumrich, voranzutreiben.

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