Eishockeyspieler in Aktion
Troy Bourke (links), hier im Zweikampf mit Justin Shugg, schoss die Wild Wings gegen München 1:0 in Führung und bereitete den Treffer von Mike Blunden zum 2:0-Endstand vor. (Foto: direvi)
Heinz Wittmann

Die Wild Wings hoffen nach dem 2:0-Erfolg gegen Tabellenführer München, endlich auch mal das Erfolkgserlebnis nutzen zu können. Wolfgang Stegmann äußerte sich zu seiner Kündigung.

„Das war unsere taktisch beste Leistung“, strahlte SERC-Trainer Niklas Sundblad nach dem 2:0-Sieg gegen Spitzenreiter München. Doch wie war es möglich, die vielen individuellen Fehler der Abwehrspieler bei der 1:3-Pleite am Freitag in Augsburg so schnell abzustellen? Überhaupt, die Wild Wings spielen gegen die Topteams besser als gegen die direkte Konkurrenz. Die einzigen beiden Dreier in den zehn Spielen unter Sundblad gelangen gegen den Tabellenzweiten Meister Mannheim (Ergebnis 2:1) und München. Gegen den aktuell Tabellendritten Straubing Tigers gab es immerhin einen 3:2-Sieg nach Verlängerung.

„Gegen solche Topgegner kann man einfach spielen, sich auf die Defensive konzentrieren, das müssen wir künftig aber auch gegen Mannschaften, die in der Tabelle weiter unten stehen, schaffen“, so Sundblad. „Gegen große Namen ist die Erwartungshaltung nicht so groß, da kannst du befreiter aufspielen“, versuchte der junge Stürmer Daniel Pfaffengut das Phänomen zu erklären. Eine fabelhafte Leistung im Tor lieferte Dustin Strahlmeier bei seinem zweiten „Shut-out“ in dieser Saison ab. Erstmals mussten die Wild Wings in Unterzahl unter Sundblad auch kein Gegentor einstecken und dies gegen die stärkste Powerplaymannschaft der Liga.

Und vorne erzielten die Schwäne die Tore. Troy Bourke traf per Bauerntrick gegen Danny Aus den Birken zum 1:0. „Ja ich wollte das schon so machen“, grinste der Kanadier. Zehn Spiele in Folge hatte Bourke keinen Treffer mehr erzielt, jetzt traf er gegen Augsburg und München jeweils ins Schwarze. „Wichtig ist immer, dass du Selbstvertrauen hast. Mit dem Sieg gegen München haben wir jetzt auch wieder das Momentum auf unserer Seite. Das müssen wir jetzt eben auch mal nutzen.“ Mit elf Toren ist Bourke zusammen mit Jamie MacQueen, der längst zu den Iserlohn Roosters abgewandert ist, der Toptorjäger der Wild Wings. Bourke bereitete das Tor zum 2:0 durch Mike Blunden mit einem tollen Zuspiel vor. Pat Canonne bleibt mit 27 Punkten (neun Tore/18 Assists) Topscorer der Schwenninger. Bourke hat aber nur noch einen Zähler Rückstand (elf Treffer/15 Vorlagen). „Nein, das ist wirklich nicht mein Ziel, ich möchte, dass die Mannschaft Erfolg hat“, winkt Bourke bei der Frage, ob er den Roten Helm für den punktbesten Spieler erobern wird, ab. Er möchte viel lieber Freitag mit einem Sieg beim vorletzten Iserlohn Roosters die Rote Laterne abgeben. Dann kommt es auch erstmals zum Duell des im November am Neckarursprung freigestellten MacQueen. Am Sonntag gastieren die Schwäne in Berlin.

Sowohl Pfaffengut, als auch Verteidiger Benedikt Brückner würden gerne bei den Wild Wings bleiben, mit ihnen gab es aber noch keine Gespräche. Am Montag war der künftige Sportmanager der Wild Wings, Christof Kreutzer, in Schwenningen zu Gast. Mit Trainer Sundblad hat Kreutzer, der aktuell noch Trainer in Bad Nauheim in der DEL2 ist, über die Zukunft der Wildschwäne gesprochen.

Die wird ohne Wolfgang Stegmann stattfinden. Immer noch ein Thema am Sonntag in der Helios-Arena war, dass der Wild-Wings-Chefbetreuer Stegmann zum Saisonende gekündigt hat. Damit verlässt ein Urgestein des Schwenninger Eishockeys den Klub. „Ich wusste gar nicht, dass ich anscheinend so wichtig bin. Ich habe gekündigt und will darüber gar kein großes Aufsehen machen“, sagte „Wolfi“ unserer Zeitung. Der 53-Jährige fügte an: „Ich bin nicht mehr der Jüngste. Die weiten Auswärtsfahrten beispielsweise zehren schon an den Kräften, vielleicht ist es das Beste so.“

Zwischen den Zeilen war aber schon zu vernehmen, dass sich „Wolfi“ nicht mehr unbedingt bei den Wild Wings wertgeschätzt fühlt. Was er künftig macht, darüber habe er sich noch keine Gedanken gemacht. Stegmann ist gelernter Parkettleger. Etwas mehr wurde jetzt übrigens über den neuen Pressesprecher der Wild Wings, der am 1. Februar sein Amt antritt, bekannt. Der neue Mann ist 22 Jahre alt. Entgegen zwischenzeitlichen Plänen soll die Stelle doch in Vollzeit besetzt werden.

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