Die Schwenninger Wild Wings, in dieser Szene Troy Burke (rechts) gegen Marco Nowk von der Düsseldorfer EG, laufen ihren Gegensp
Die Schwenninger Wild Wings, in dieser Szene Troy Burke (rechts) gegen Marco Nowk von der Düsseldorfer EG, laufen ihren Gegenspielern mehr hinterher als ihnen lieb ist. Ob sich das am Freitag in Köln ändert? (Foto: direvi)
Heinz Wittmann

Die Wild Wings stehen mit ihrem Trainer Paul Thompson vor zwei extrem wichtigen Partien: Am Freitag spielen sie beim direkten Konkurrenten Köln, am Sonntag empfangen sie um 16.30 Uhr Mannheim zum Derby.

Der SERC ist mit acht Punkten aus zehn Spielen Tabellenletzter der Deutschen Eishockey Liga. Die Verantwortlichen am Neckarursprung tun zwar alles dafür, um die Wogen klein zu halten, aber selbst Coach Thompson macht im Vorfeld der Wochenendspiele deren Bedeutung auch verbal deutlich: „Wir müssen jetzt punkten.“

In der Tat, sollten die Schwenninger am Wochenende leer ausgehen, dürfte der Trainer entgegen aller Beteuerungen von Geschäftsführer Christoph Sandner und Sportmanager Jürgen Rumrich nicht mehr zu halten sein.

Am Freitag, 19.30 Uhr, gastieren die Wild Wings bei den Kölner Haien. Die Domstädter konnten am Sonntag nach einer Niederlagenserie von fünf Partien zwar in Krefeld mit 3:2 gewinnen, stehen aber mit elf Punkten aus elf Spielen nur auf dem elften Platz. Aufgrund der Tabellensituation also schon ein extrem wichtiges Spiel der Schwäne in Köln. Für die Fans ist freilich das Derby gegen Mannheim fast noch wichtiger. „Wir freuen uns auf das Wochenende. Wir haben exzellent trainiert. Wir sind auf dem richtigen Weg“, sagt Trainer Thompson. Erst auf Nachfrage räumt der Brite Schwachstellen, wie etwa das Penalty-Killing, bei dem die Schwäne mit einer Erfolgsquote von 71,4 Prozent auf dem letzten Platz liegen, ein.

Die Kölner Haie haben den Stamm der Mannschaft mit Torwart Gustaf Wesslau, Verteidiger und Kapitän Moritz Müller, sowie Topscorer Jason Akeson gehalten. Auf der Trainerposition übernahm aber Mike Stewart von den Augsburger Panther für Dan Lacroix. Ex-NHL-Star Alexander Sulzer, der zum rheinischen Rivalen Düsseldorfer EG wechselte, soll vom 32-jährigen Tschechen Jakub Kindl, der zuletzt für den HC Pilsen die Schlittschuhe schnürte und die Erfahrung von 351-NHL-Spielen mitbringt, ersetzt werden. Kindl hat freilich noch kein Tor geschossen und enttäuscht so wie fast alle Neuzugänge. Für den Sturm kam der Ex-Schwenninger Jon Matsumoto von den Iserlohn Roosters zu den Haien. Matsumoto gelang aber erst ein Treffer. Jason Bast wurde von den Nürnberg Ice Tigers geholt und traf noch nicht und der Kanadier Zachary Sill stand zuletzt in Diensten von Sparta Prag, hat aber auch schon 93 NHL-Spiele auf dem Buckel. In Köln überzeugte Sill aber auch noch nicht, schoss noch kein einziges Tor.

Für Meister Adler Mannheim kann es nur ein Ziel geben: Erfolgreiche Titelverteidigung. Der Champion hat sich weiter verstärkt und greift erneut nach der Krone. „Das vergangene Jahr war ein guter erster Schritt. Wir sind aber nicht zufrieden damit, wo wir heute stehen“, sagt Adler-Manager Jan-Axel Alavaara. Der Etat wurde von geschätzten 13 Millionen auf 16 Millionen erhöht, damit sind die Adler Ligakrösus noch vor München. Mannheim hat 7600 Dauerkarten für die SAP-Arena verkauft, rund 1000 mehr als im Jahr zuvor.

Weltmeister-Torhüter geholt

Die Tiefe im Kader ist fantastisch und auf lange Sicht sicher ein Pluspunkt gegenüber München. Auf der Torhüterposition wurde mit Johan Gustafsson ein Torwart geholt, der 2013 mit Schweden Weltmeister wurde und der 2016, 2017 und 2019 jeweils mit Frölunda die Champions League gewann. Er wird sich mit Goalie Dennis Endras um den Platz im Tor duellieren. Für die Verteidigung kam der US-Amerikaner Chad Billins vom schwedischen Klub Linköping und Björn Krupp von den Grizzlys Wolfsburg. Die Mannheimer konnte es sich zuletzt sogar leisten, Krupp als überzähligen Akteur auf die Tribüne zu setzen. Den Sturm verstärken der kroatische Nationalspieler Borna Redulic der zuletzt für den KHL-Klub Vityaz Podolsk die Schlittschuhe schnürte und aktuell bei den Adlern in zehn Spielen auf zehn Punkte kommt (vier Tore/sechs Assists). Topscorer der Quadratestädter ist der ehemalige NHL-Star Ben Smith mit zwölf Punkten (fünf Treffer/sieben Beihilfen). Jan-Mikael Järvinen kam von seinem finnischen Klub Tappara Tampere nach Mannheim. Mit dem jungen Tim Stützle, der dank seiner enormen Schnelligkeit schon jetzt voll überzeugt, haben die Adler aus dem eigenen Nachwuchs ein Riesentalent in ihren Reihen. Die Kurpfälzer könnten auch ein gehöriges Wörtchen in der Champions-League mitsprechen, wo sie sich schon überzeugend für die Play-offs qualifiziert haben.

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