Die Wild Wings haben sich am Sonntag von ihrer guten Seite präsentiert und besiegten den Tabellenzweiten Straubing 2:0. Matthew
Die Wild Wings haben sich am Sonntag von ihrer guten Seite präsentiert und besiegten den Tabellenzweiten Straubing 2:0. Matthew Carey brachte die Schwenninger in dieser Szene in Führung, der Puck schlägt oben im Tor ein, Schlussmann Sebastian Vogl ist chancenlos. (Foto: direvi)
Heinz Wittmann

Vier Punkte haben die Wild Wings am Wochenende gegen die aktuell beiden besten Mannschaften der Deutschen Eishockey-Liga eingefahren. Ist die Trendwende jetzt geschafft? Die beiden Neuzugänge fügten sich gut ins Team ein.

Die 1:2-Niederlage nach Penaltyschießen am Freitag beim Spitzenreiter München und vor allem der 2:0-Heimsieg gegen den Tabellenzweiten Straubing am Sonntag machen am Neckarursprung Mut. „Wir haben nur ein Gegentor gegen die beiden Topteams der Liga bekommen“, freute sich Trainer Paul Thompson. Der Brite ist damit zumindest vorerst aus der Schusslinie geraten. Wobei die Verantwortlichen Geschäftsführer Christoph Sandner und Sportmanager Jürgen Rumrich ihm schon vor dem schweren Wochenende demonstrativ den Rücken stärkten, überraschend Topscorer Jamie MacQueen schassten.

Thompson: „Unser starkes Wochenende hatte nichts mit der Freistellung von Jamie zu tun. Wir haben die Gegner gut studiert und unsere zwei neuen Spieler haben uns sehr geholfen.“ Torwart Dustin Strahlmeier stellte aber durchaus einen Zusammenhang zwischen dem Rausschmiss von MacQueen und dem starken Auftritt der Mannschaft her. „So etwas, dass ein Spieler freigestellt wird, passiert ja nicht jede Woche. Du kommst in die Kabine rein und es fehlt ein Spieler. Das ist erst mal ein Schock. Wir Spieler haben da schon nachgedacht. Vielleicht kitzelt so etwas noch einmal ein paar Prozent mehr bei einem heraus“, so der Keeper, dem Coach Thompson zurecht bescheinigte, die beiden besten Saisonspiele am Wochenende absolviert zu haben. Der 27-Jährige durfte sich über seinen ersten „Shut-out“ in dieser Saison freuen. „Wenn wir zweimal 2:1 gewonnen hätten, wäre mir das aber lieber als der „Shut-out“ gewesen so „Strahlie“.

Auffällig war für den Torwart, dass seine Vorderleute ungewöhnlich viele Schüsse blockten. Dies fiel auch dem Straubinger Trainer Tom Pokel auf. Der ehemalige Schwenninger Übungsleiter stellte zudem fest: „Die Wild Wings haben die Zweikämpfe gewonnen.“

Bereits sehr positiv in die Mannschaft fügten sich der neue Verteidiger Colby Robak und Stürmer Jordan Caron ein. Caron hatte in München schon einen Penalty versenkt, Robak erzielte nun am Sonntag den 2:0-Endstand. „Coby ist ein guter Typ, er erhöht unser Verteidiger-Potenzial noch einmal“, urteilt Strahlmeier über den 29-jährigen Kanadier. Thompson hatte die sieben Verteidiger gegen Straubing jeweils rotieren lassen, so dass jeder regelmäßig aufs Eis kam, aber niemand zu lange. Strahlmeier „Diese Rotation ist gut, das gibt es für die Verteidiger mehr Pausen. Ich muss mich halt dann öfters auf die wechselnden Verteidiger einstellen. Bei einem Christopher Fischer weiß ich beispielsweise, dass der auch mal gerne nach vorne attackiert und muss dafür bereit sein, auch wenn ich mich in erster Linie natürlich immer auf den Puck konzentrieren sollte.“

Stürmer-Neuzugang Caron gab der ersten Reihe in Bezug auf Defensivarbeit mehr Sicherheit. So konnte Pat Canonne, der in München ein Traumtor erzielte, seine Offensivstärke ausspielen, wobei der neue SERC-Topscorer seine Defensivarbeit auch nicht vernachlässigte. So wirkte das ganze Spiel der Wild Wings kompakter.

„Wir haben nichts am System verändert, unsere zwei Neuzugänge haben aber neuen Schwung gebracht“, sagte Thompson. „Ich bin mit den beiden neuen Spielern sehr zufrieden. Die werden noch besser werden. An Colby und Jordan werden wir noch viel Freude haben“, befand der Übungsleiter.

Die Wild Wings sind zwar weiterhin Tabellenletzter, konnten den Rückstand auf Platz zehn, den die Grizzlys Wolfsburg innehaben, aber bis auf fünf Zähler verringern. „Nur weil wir jetzt vier Punkte geholt haben, sind noch längst nicht alle beruhigt. Das wäre auch nicht angemessen. Wir wissen wo wir stehen, müssen hart weiterarbeiten und hoffen, jedes Wochenende so zu punkten“, erklärte SERC-Stürmer Marcel Kurth.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen