Boaz Bassen und Mike Blunden haben gut lachen. Auch in der Saison werden den Schwenninger Wild Wings mehr Erfolge zugetraut.
Boaz Bassen und Mike Blunden haben gut lachen. Auch in der Saison werden den Schwenninger Wild Wings mehr Erfolge zugetraut. (Foto: Heinz Wittmann)
Heinz Wittmann

In acht Tagen startet die Deutsche Eishockey Liga (DEL) in die neue Saison. Unser Mitarbeiter Heinz Wittmann hat die Schwenninger Wild Wings mit den Gegnern verglichen. Das Ergebnis: Der SERC könnte Siebter werden.

In den vergangenen Jahren war das Team vom Neckarursprung das notorische Kellerkind der Liga. Sollte die Truppe von Trainer Paul Thompson vom Verletzungspech verschont bleiben oder zügig nachverpflichten, wenn etwas passiert, dann könnte es gegen die 13 anderen Mannschaften für eine gute Platzierung reichen. Die Wild Wings haben noch zwei Ausländerpositionen frei.

Das ist die Einschätzung der einzelnen Mannschaften und unser Tipp für die Platzierungen:

1. Platz Adler Mannheim. Die Kurpfälzer werden ihren Titel verteidigen. Für sie spricht gegenüber dem EHC Red Bull München, dem einzigen Rivalen um die Meisterschaft, die größere Kadertiefe. Mit dem schwedischen Ex-Weltmeister und dreifachen Champions-League-Gewinner Johan Gustafsson von Frölunda haben sich die Mannheimer auf der Torwartposition verstärkt. Für den Sturm kam der finnische Spitzenspieler Jan-Mikael Järvinen von Tappara Tampere.

2. Red Bull München. Der Vizemeister hat sich zwar mit dem 787-fachen kanadischen NHL-Stürmer Derek Roy und mit dem Torjäger Philip Gogulla von der Düsseldorfer EG gut verstärkt. Nur sechs vergebene Ausländerlizenzen sind aber zu wenig. Es fehlt die Tiefe im Kader, zumal Stürmer Michael Wolf seine Karriere beendet hat.

3. Kölner Haie. Die Domstädter wurden vergangenes Jahr Vierter und schafften es ins Halbfinale. Es gibt im Team zahlreiche Zu- und Abgänge. Mit Mike Stewart von den Augsburger Panther haben die Haie einen exzellenten Trainer für Dan Laxcroix verpflichtet. Mannheim und München sind spielerisch aber noch stärker.

4. Grizzlys Wolfsburg. Bei den Norddeutschen wurde nach dem zwölften Platz der Etat deutlich erhöht. Aus Schwenningen wurde das Trainerduo Pat Cortina und Petteri Väkiparta verpflichtet. Sie werden dem Team die nötige Struktur geben. Mit Chet Pickard aus Mannheim kam ein starker Torwart neben Felix Brückmann. Der neue Trainer holte mit Verteidiger Dominik Bittner und dem französischen Nationalstürmer Anthony Rech zwei Bekannte vom Neckarursprung in die Automobilstadt. Für die Verteidigung kam Ryan Button aus München. Den Sturm verstärken der norwegische Ausnahmespieler Mathis Olim sowie der Schwede Alexander Johannsson und Garrett Festerling.

5. Augsburger Panter. Die Überraschungsmannschaft der vergangenen Saison, die Dritter wurde, hat mit Trainer Mike Stewart ihren sportlich Verantwortlichen verloren. Bei den Spielern gab es keine großen Veränderungen, sodass die Fuggerstädter nicht viel schlechter als im Vorjahr abschneiden sollten.

6. Düsseldorfer EG. Die Rheinländer wurden auch im vergangenen Jahr Sechster, schieden im Viertelfinale aus. Sie haben viel Personal gewechselt. Die Weiterentwicklung gerät deshalb etwas ins Stocken und die Truppe von DEG-Coach Harold Kreis kommt auch nicht weiter als im vergangenen Jahr.

7. Schwenninger Wild Wings. Der SERC hat seine Spielphilosophie umgestellt. Die neue Identität heißt Härte. Mit dem eher typisch nordamerikanischem, körperlichen Spiel wird der SERC vor allem zu Hause dem Gegner wieder das Fürchten lehren. Es wird mit Leidenschaft gekämpft. Die Sturmreihe mit Andreas Thuresson, Pat Cannone und Jamie MacQueen wird für die nötigen Tore sorgen.

8. Eisbären Berlin. Die Hauptstädter wurden in der vergangenen Saison in der Punkterunde Neunter, schafften es dann aber bis ins Viertelfinale. Auch dieses Mal ist nicht mehr drin. Auf der wichtigste Position im Eishockey, der Torwartposition, sind sie zu schwach besetzt. Der überragende Kevin Poulin steht den Berlinern nicht mehr zur Verfügung.

9. Nürnberg Ice Tigers. Die Franken wurden in der vergangenen Saison Zehnter, schafften es noch ins Viertelfinale. Sie haben gute Spieler wie Leo Pföderl (Eisbären Berlin) und Jason Bast (Kölner Haie) abgegeben. Außerdem ist unklar, wie es nach der Saison ohne die Gelder von Hauptsponsor Thomas Sabo, der seinen Rückzug angekündigt hat, weitergeht. Dies könnte für Unruhe sorgen und den ein oder anderen Spieler früh in Kontakt mit anderen Klubs treten lassen.

10. Krefeld Pinguine. Die Rheinländer verpassten im vergangenen Jahr die Pre-Play-offs als Elfter hauchdünn. Sie haben jetzt aber für eine gute Tiefe im Kader gesorgt. Dies und auch die Verpflichtung des finnischen Torhüters Jussi Rynnäs von Kärpät Oulu könnten die entscheidenden Pluspunkte sein, dass sie es dieses Mal schaffen.

11. ERC Ingolstadt. Die Schanzer wurden in der vergangenen Saison noch Fünfter, schieden dann aber im Viertelfinale aus. Mit Thomas Greilinger hat die Seele des Teams Ingolstadt verlassen. Der Ex-Schwenninger läuft künftig nur noch für seinen Heimatverein Deggendorf in der Oberliga auf.

12. Straubing Tigers. Die Niederbayern wurden in der vergangenen Saison Achter, schieden dann aber schon in den Pre-Play-offs aus. Die Tigers mit ihrem Trainer Tom Pokel haben personell nicht viel verändert. Für eine Weiterentwicklung fehlen aber die Anhaltspunkte.

13. Iserlohn Roosters. Die Hähne wurden in der vergangenen Saison Vorletzter und nichts spricht dafür, warum sie diese Saison besser sein sollten. Offensivverteidiger wie Dylan Yeo und Christopher Fischer sind jedenfalls nach Schwenningen abgewandert. Den deutschen Topstürmer Lean Bergmann zog es zu den San Jose Sharks in die NHL.

14. Fischtown Pinguins. Vom Papier und vom Etat (geschätzte 4,9 Millionen Euro) das schwächste Team der Liga. Wieder wurden die besten Spieler von der DEL-Konkurrenz (beispielsweise Chad Nehring von der Düsseldorfer EG) abgeworben. Jedes Jahr aufs Neue, positiv zu überraschen, wird dem letztjährigen Tabellensiebten, der dann in den Pre-Play-offs scheiterte, nicht mehr gelingen.

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