Wild Wings empfangen den Tabellenführer aus München

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Eishockyspieler sitzen auf einer Bank
Sie haben gute Laune: Torwart Ilya Sharipov spielt gegen München, Jamie MacQueen wird wohl DEL-Spieler des Monats und Dylan Yeo ist eine feste Größe im Schwenninger Überzahlspiel (von links). (Foto: Wittmann)
Heinz Wittmann

Die Schwenninger Wild Wings empfangen am Mittwoch, 19.30 Uhr, den verlustpunktfreien Tabellenführer EHC Red Bull München.

München ist derzeit das Nonplusultra der DEL: 18 Punkte aus sechs Spielen, die Bajuwaren haben einen klubinternen Auftaktrekord aufgestellt. Am „Student day“ - Studenten und Schüler zahlen für den Stehplatz nur zehn Euro (auch an der Abendkasse) – in der Helios-Arena. Freilich hat SERC-Trainer Paul Thompson gute Erinnerungen an München: Er gewann nach der Entlassung von Pat Cortina gegen den „Dosen-Klub“ in der vergangenen Saison alle drei Spiele. „Das zählte jetzt allerdings nicht mehr“, betont der Brite. Allerdings kann er mit seinem Team auf ein großes Offensivpotential bauen.

Das Überzahlspiel ist mit einer Erfolgsquote von 45,45 Prozent geradezu sensationell. „Bei einem guten Powerplay ist auch der Bullygewinn ein wichtiger Aspekt“, sagt Thompson. Nachdem die Schwenninger Jahre lang zu den schlechtesten Mannschaften beim Bully gehörten, sind sie aktuell mit einer Quote von 52,74 Prozent nach den Adler Mannheim (53,33) das zweitbeste Team am Anspielpunkt. „Wir haben vom ersten Tag an das Überzahlspiel trainiert. Wichtig ist halt auch das Selbstvertrauen, damit die Dinger rein gehen“, sagt Marcel Kurth, der zusammen mit Jamie MacQueen, Mike Blunden, Pat Cannone und Verteidiger Dylan Yeo die erste Überzahlformation bildet. Auch die zweite feststehende Powerplay-Formation der Wildschwäne besteht mit Matt Carey, Troy Bourke, Markus Poukkula, Andreas Thuresson und Christopher Fischer mit Fischer nur aus einem Verteidiger.

„Natürlich bist du gegen die großen Mannschaften und dazu noch gegen die Münchner, die so einen Lauf haben, besonders motiviert“, sagt Kurth „Wo wir uns weiter verbessern müssen, ist die Defensive“, weiß der Stürmer, der im November auf einen Einladung von Bundestrainer Toni Söderholm zum Deutschland-Cup hofft. In der Defensive führt Coach Thompson eine Veränderung durch: Erstmals wird die Nummer zwei, Sharipov, von Beginn an spielen, Dustin Strahlmeier ist auf der Bank. „Ilya arbeitet im Training hart, er hat sich diesen Start verdient“, so Thompson.

Der Gast aus der bayrischen Metropole siegte am vergangenen Donnerstag in Ingolstadt mit 7:4 und gewann am Sonntag daheim auch das nächste Derby gegen Nürnberg mit 4:1. Mit dem Torverhältnis von 27:12 hat der EHC Red Bull sowohl den besten Sturm, als auch die beste Verteidigung. Stürmer Mark Voakes wurde allerdings in Ingolstadt wegen eines Checks gegen den Kopf für zwei Spiele gesperrt, darf am Neckarursprung allerdings nicht mitwirken.

Die Münchner wollen, nachdem es in der vergangenen Saison nicht mit der Meisterschaft geklappt hat das Double. Dass Trainer Don Jackson noch immer „brennt“, bewies er beim 3:2-Sieg seiner Truppe in der Champions-League bei Ambri-Piotta. Der 63-Jährige, der als ruhig und wortkarg gilt, rastete völlig aus, schleuderte seine Taktiktafel aufs Eis und belegte den Schiedsrichter mehrfach mit Schimpftiraden.

Im Sturm sicherten sich die Münchner Dienste des Düsseldorfer Torjägers Philip Gogulla, der für die DEG in der abgelaufenen Saison 30 mal traf. Mit Derek Roy hat der Vizemeister aber auch wieder ein ganz dicken Brocken aus der National Hockey League an Land gezogen. Der 36-jährige Kanadier, der zuletzt allerdings bei Linköping in Schweden dem Puck nachjagte, bringt es auf nicht weniger als 787 NHL-Spiele. 2008 und 2009 wurde er mit Kanada jeweils Vizeweltmeister. Allerdings plagt sich Roy mit einer Oberkörperverletzung, sein Einsatz ist gefährdet.

Stürmer Jason Jaffray fällt nach einer Hüftoperation definitiv aus. Münchens Topscorer ist aktuell der US-Amerikaner Chris Bourque mit neun Punkten (vier Tore/fünf Vorlagen). Jamie MacQueen bringt es bei den Wild Wings bereits auf elf Scorerpunkte (siebten Treffer/vier Assits). Lediglich der Krefelder Chad Costello hat noch einen Punkt mehr (vier Tore/acht Assists). Allerdings liegt Ligatoptorjäger MacQueen in der Fan-Gunst bei einer Umfrage der Fachzeitung Eishockey News nach dem Spieler des Monats September aktuell deutlich vorne.

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