Wild Wings blicken trotz verpassten Play-offs positiv auf die Saison

Tyson Spink (vorne) und sein Zwillingsbruder Tylor Spink schlugen in Schwenningen voll ein.
Tyson Spink (vorne) und sein Zwillingsbruder Tylor Spink schlugen in Schwenningen voll ein. (Foto: Wittmann)
Heinz Wittmann

Die Saisonbilanz für die Wild Wings fällt trotz der verpassten Play-offs positiv aus. Rang fünf in der schweren Süd-Gruppe kann sich sehen lassen. Die Play-offs wurden um den Punktequotienten von 0,011 nur um Haaresbreite verpasst.

Tempo und Geschwindigkeit: Das waren die Kriterien, nach denen der neue Sportdirektor Christof Kreutzer und Trainer Niklas Sundblad die neue Mannschaft zusammenstellten. Laufstarke Akteure wie die beiden Spink-Zwillinge sollten das Schwenninger Eishockey voranbringen.

Konnten die Wild Wings beim Vorbereitungsturnier um den Magentasport-Cup nur aufgrund zahlreicher Corona-Fälle innerhalb der Mannschaft gestoppt werden, so starten sie zum Auftakt durch. Einem 2:1-Auftaktsieg in Ingolstadt, ließen sie einen 3:2-Erfolg in Augsburg und einen 2:1-Sieg in Nürnberg sowie ein 5:2 gegen Straubing, erstmals daheim in der umgebauten Helios-Arena auf NHL-Eisfläche, folgen. Die Wild Wings hatten einen neuen Startrekord aufgestellt, belegten Rang zwei in der Südgruppe und träumten von der Champions League.

Zwar gab es in Mannheim und daheim gegen München jeweils 2:3-Niederlagen, am 12. Januar siegte der SERC aber in der Mannheimer SAP-Arena mit 3:1. Die Spiele erneut gegen München (4:6) und in Ingolstadt (1:3) gingen verloren, gegen Nürnberg wurde aber am 23. Januar 4:2 gewonnen, auch wenn es danach eine 3:4-Niederlage in Straubing setzte. Am 1. Februar gewannen die Wild Wings daheim gegen Augsburg mit 4:0. Danach gab es aber eine Formkrise, die nicht zuletzt auch durch Verletzungspech verursacht wurde.

Von den folgenden sieben Spielen konnte nur eine Partie gewonnen werden. Der 2:1-Heimsieg nach Penaltyschießen war dann Auftakt zu einer neuerlichen Siegesserie: Es folgte in Nürnberg ein 4:3 nach Penaltyschießen, daheim gegen Straubing ein 4:1 und in Augsburg gar ein 5:0-Erfolg. Mit einem 4:2-Auswärtssieg bei den Kölner Haien starteten die Schwäne am 21. März erfolgreich in die Verzahnungsrunde mit der Nordgruppe. Was folgte, war ein 4:1-Heimerfolg gegen die Grizzlys. Damit hatte der ERC sechs seiner letzten sieben Spiele gewonnen.

Am 26. März in der Auswärtspartie in Bremerhaven stellte Sundblad überraschend „Back-up“ Patrik Cerveny zwischen die Pfosten, Schwenningen unterlag 2:5. Anschließend konnten mit der Nummer eins Eriksson im Kasten zwei knappe Heimsiege gegen Düsseldorf und Iserlohn jeweils mit 3:2 nach Verlängerung errungen werden. An Gründonnerstag dann aber die Nachricht, dass Eriksson zu seiner schwer erkrankten Mutter nach Schweden reisen muss. Cerveny musste erneut ran, hielt dem Druck aber nicht stand.

In Düsseldorf unterlagen die Wildschwäne mit 2:5, daheim gegen Bremerhaven mit 4:5 und in Wolfsburg mit 3:5. Beim Gastspiel in Berlin waren die Wild Wings am Ende sehr müde und zogen gegen die Eisbären klar mit 2:6 den Kürzeren. Cerveny verletzte sich in der Partie, so kam „Doc“-Enkel Luis Benzing zu seinem ersten DEL-Spiel. Nach diesen vier Niederlagen in Serie ohne Eriksson war der eigentlich fast schon sicher geglaubte vierte Tabellenplatz plötzlich weg. „Danke, dass du zurückgekommen bist. Viel Kraft für dich und deine Familie“, hatte die Wild Wings GmbH am Samstag, 10. April auf Schwedisch ein Transparent auf den Stehrängen der Helios-Arena an die Adresse von Erikssson, dessen Mutter inzwischen verstorben war, aufgehängt.

Eriksson hielt fantastisch, die Wild Wings kämpften vor allem auch in Unterzahl vorbildlich und so konnte ein wichtiger 4:2-Heimsieg gegen die Hauptstädter eingefahren werden. Beim abgeschlagenen Nordschlusslicht Krefeld Pinguine landeten die Schwenninger zwei Tage später einen glanzlosen 2:1-Pflichtsieg. Anderntags unterlagen die Neckarstädter bei den Iserlohn Roosters mit 2:3 nach Verlängerung. Zum sechsten Mal in der Saison musste der SERC länger als 60 Minuten in einer Partie ran, erstmals zog man dabei den Kürzeren. Der Kampf um Platz vier war spannend. Am Abend nach der Partie in Iserlohn besaßen die Wild Wings einen Vorsprung von einem Quotienten von 0,007 auf die Straubing Tigers. Straubing siegte jedoch anderntags in Köln mit 5:4 und war um den Quotienten von 0,040 vorn. Völlig kurios der vorletzte Spieltag, die Schwäne verloren daheim gegen Außenseiter Krefeld mit 5:6 nach Verlängerung.

Straubing aber verlor gegen Wolfsburg mit 2:4. Die Tigers lagen noch mit dem Quotienten von 0,011 vor dem SERC. Die Schwenninger empfingen am letzten Spieltag die Kölner Haie, die keine Chance mehr auf die Play-offs hatten und die Straubinger mussten am Sonntag nach Wolfsburg. Die Grizzlys hatten sich aber mit dem Sieg am Freitag bereits für die Play-offs qualifiziert. Schwenningen musste am letzten Spieltag einen Punkt mehr als Straubing holen, um an den Niederbayern vorbeiziehen zu können. Früh lagen die Schwäne aber 1:2 hinten und Straubing 2:0 vorne. Im Mitteldrittel drehten die Schwäne jedoch alles, der SERC schoss vier Tore, lag so nach zwei Dritteln mit 5:2 vorne, siegte am Ende mit 5:3. Es nützte aber nichts, den Straubing gewann mit 4:2, war am Ende um den Punktequotienten von 0,011 vorne und zog in die Play-offs ein. „Die Mannschaft hat diese Saison richtig gut gekämpft. Wir haben einen Schritt nach vorne gemacht. Das ganze ist auch ein Lernprozess. Wir wollen in Zukunft eine stabile Play-off-Mannschaft sein“, sagte SERC-Trainer Niklas Sundblad.

54 Punkte holten die Wild Wings in 38 Spielen, das ergab einen Punktequotienten von 1,421. 19 Siegen standen 19 Niederlagen gegenüber.

Die Wild Wings waren daheim auf ihrer NHL-Eisfläche mit elf Siegen und 31 Punkten erfolgreicher als auswärts, wo sie sieben Siege und 23 Zähler einfuhren. Das Torverhältnis ist mit 111:109 Toren knapp positiv. Die Powerplayquote ging im Laufe der Saison nach unten, am Ende war sie bei 18,95 Prozent, was lediglich Rang neun bedeutete. Ganz stark allerdings das Unterzahlspiel des SERC, mit einer Erfolgsquote von 86,03 Prozent lagen die Schwenninger auf Rang zwei. Die Wild Wings gewannen 50,18 Prozent ihrer Bullys, das bedeutete Rang sieben.

Schwenninger Topscorer ist Andreas Thuresson mit 37 Punkten (17 Tore/20 Beihilfen). Der Schwede ist auch bester Torschütze der Wild Wings. Bester Torwart der Liga ist von der Fangquote mit 93,59 Prozent der Mannheimer Felix Brückmann. Gleich danach kommt aber der Schwenninger Eriksson mit 93,11 Prozent. 458 Strafzeiten, im Schnitt 12,05 pro Partie, kassierten die Wild Wings nur der ERC Ingolstadt saß mit 488 (12,84 Schnitt) häufiger in der Kühlbox.

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