Michael Pohl

Um die Leerstände in den Innenstädten von Villingen-Schwenningen kaschieren zu können, wird Werbung für die Stadt-App gemacht. In der Muslen ist das erste Schaufenster bereits gestaltet.

Leerstehende Ladenflächen und kahle Schaufenster sind nicht nur wenig ansprechend, sondern werden häufig Opfer von Vandalismus. Schäden, auf denen die Eigentümer sitzen bleiben und die es diesen gleichzeitig noch schwerer machen, Mieter für ihre Räume zu finden. Damit soll mit Hilfe eines städtischen Projektes nun Schluss sein. Denn die Schaufenster ehemaliger Geschäfte in den Innenstädten von Villingen und Schwenningen sollen für den Zeitraum des Leerstandes als städtische Werbefläche genutzt werden.

Die beiden HFU-Studentinnen Annalena Malzacher und Roksana Siewiorek haben sich gemeinsam mit dem Stadtmarketing im Rahmen ihres Studienprojektes der Idee angenommen. Am Donnerstag wurde diese dann erstmals umgesetzt. Am Schaufenster des Gebäudes In der Muslen 8 ist farbenfroh und mit jungen Gesichtern eine Werbung für die Stadt-App angebracht. Das Gebäude gehört der evangelischen Kirchengemeinde Schwenningen und soll in absehbarer Zeit saniert werden, wie Andreas Schmidt von der Gemeindeverwaltung erklärt. Bis dahin dienen die Schaufenster als Werbefläche – für die Stadt, aber auch für den Vermieter, der seine Kontaktdaten ebenfalls auf der Scheibe platziert hat. „Es handelt sich um eine Zwischennutzung, die auf die Zeitspanne des Leerstandes begrenzt ist“, erklärt Kristina Hofmann vom Stadtmarketing.

Entstanden sei die Idee durch die Initiative „Sauberes VS – für dich und mich„, die Stadtrat Dirk Sautter, Central Hotel-Chef Ronan Dogan und Jörg Schlenker ins Leben gerufen haben. Sie haben bereits vor einiger Zeit die Schaufenster eines leer stehenden Gebäudes in der Nähe des ’s Rössle beklebt. Schlenker, der als Grafiker auch bei dem städtischen Projekt involviert ist, sieht mehrere Vorteile dadurch: „Was passiert, wenn ein Ladengeschäft über einen längeren Zeitraum leer steht und die Schaufenster komplett verklebt sind, sieht man am ehemaligen „Kapadokya“ in der Kirchstraße.

Diese Gebäude würden verfallen und zu Schandflecken, weil sie zunehmend unattraktiver für potenzielle Mieter werden. „Diese Werbung für die App bringt einen Mehrwert für Bürger und Touristen, versperrt zudem den Blick ins Innere nicht komplett und schützt vor unkontrollierter Plakatierung“, betont Schlenker. Bislang ist das „Musterschaufenster“ in der Muslen das einzige. Susanne Orlowski von der Wirtschaftsförderung hofft jedoch auf viele Interessenten: „Wir würden uns freuen, wenn Vermieter auf uns zukommen.“ Schließlich würden diese im Moment nur davon profitieren, verweist Orlowski darauf, dass die Werbung die Vermieter bislang noch nichts kostet.

Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen