23.07.2019, Belgien, Antwerpen: Eine Frau trinkt Wasser aus einer  Flasche. In Belgien sollen die Temperaturen auf Rekordhöhen a
23.07.2019, Belgien, Antwerpen: Eine Frau trinkt Wasser aus einer Flasche. In Belgien sollen die Temperaturen auf Rekordhöhen ansteigen. (Foto: archiv dpa/Dirk Waem)
sbo

Im vergangenen Jahr mit seinem ebenfalls heißen Sommer sind im Schwarzwald-Baar-Kreis 790 AOK-Versicherte wegen zu wenig Flüssigkeit im Körper stationär behandelt worden.

Auf die Gesamtbevölkerung im Kreis hochgerechnet, waren das 1700 Personen. „Schon bei einem Flüssigkeitsverlust von zwei Prozent stellen sich Einschränkungen bei der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit ein“, warnt Diplom-Oecotrophologin Lydia Fries-Spöcker, Ernährungsberaterin bei der AOK Schwarzwald-Baar-Heuberg.

Besonders gefährdet sind ältere Menschen

Wasser brauche der Körper für die Verdauung, die Verwertung der Nährstoffe, das Immunsystem und die Wirkung von Hormonen. Besonders gefährdet sind ältere Menschen: 70- bis 74-Jährige mussten im Schwarzwald-Baar-Kreis etwa sechsmal häufiger wegen Flüssigkeitsmangels behandelt werden als 50- bis 54-Jährige.

„Im Alter geht das Durstgefühl zurück. Daher sind Ältere schnell im Defizit und müssen ganz besonders darauf achten, genug zu trinken“, erklärt Expertin Lydia Fries-Spöcker.

An heißen Tagen aber einfach mal auf Vorrat trinken gehe nicht, denn der Körper hat keinen Wasserspeicher, aus dem er sich bei Bedarf bedienen könnte.

Wasser, das der Körper nicht benötigt, wird direkt wieder in die Ausscheidungskanäle gelenkt. Man sollte also auch dringend seine Blase entleeren und damit nicht zu lange warten.

„Man sollte daher in kleineren Portionen, aber regelmäßig trinken – mindestens eineinhalb bis zwei Liter am Tag, bei höheren Temperaturen und mehr Bewegung auch mehr“, sagt die Expertin von der AOK.

Und weiter: „Der beste Durstlöscher ist in jedem Fall Wasser“, sagt Lydia Fries-Spöcker. „Auch ungesüßter Tee kann bedenkenlos getrunken werden. Vorsicht aber bei Limonaden und auch Säften.“

Denn diese Getränke würden oft viel Zucker enthalten und das löscht den Durst nicht, sondern erhöht sogar den Wasserbedarf. Der Grund: Der Körper möchte die plötzlich erhöhte Zuckerkonzentration wieder verdünnen und benötigt dazu Flüssigkeit, was zu noch mehr Durst führt.

Apfelsaft etwa enthält in der Regel gleich viel oder sogar mehr Zucker als Cola.

Deswegen ist es am besten, wenn man den Apfelsaft verdünnt: optimal sind zwei bis drei Teile Wasser auf einen Teil Saft.

Meist gelesen in der Umgebung
Ihr Kommentar wird nach einer kurzen Prüfung durch unsere Redaktion veröffentlicht.
Kommentare werden geladen
Mehr Themen